Die Ordnung in der Natur ist so kompliziert, dass viele sie für Unordnung halten. Jeder Eingriff in die Naturzusammenhänge muss genau abgewogen werden. Das Geheimnis der Schönheit alter Gärten und Parks ist durch den geringen Pflegeeinsatz zu erklären.

Vielfältige Gärten mit einem Teil heimischer Pflanzen und einer natürlichen Ordnung können Oasen und Rückzugsgebiete für viele Arten sein. Überhaupt gilt es, den Sauberkeitswahn entgegen zu wirken. Dazu zählt auch das häufige Rasenmähen und Laubentsorgen. Jeder kann im eigenen Umfeld etwas für den Naturschutz leisten, um das Aussterben von Pflanzen und Tieren, welches zurzeit in einem gigantischen Ausmaß vor sich geht, ein bisschen zu mildern.

Immer nur werden die Blüten eines Baumes oder Strauches betrachtet. Wie schön aber auch ein Blatt, wie zum Beispiel beim Zauberhasel, im Herbst sein kann, fällt fast keinem auf. Es soll Menschen geben, die Laub als "Dreck" ansehen. Sie meinen oft sogar, die Natur sei die größte Umweltverschmutzerin, da die Bäume im Herbst die Blätter fallen lassen. Bei solchen Aussagen können biologisch denkende Menschen nur schwer ruhig bleiben.

Man sollte den Vögeln einen ansprechenden Lebensraum im Garten bieten. Sie müssen im Winter die Möglichkeit haben, Büsche und Bäume nach verbliebenen Beeren und Larven durchsuchen zu können. Singvögel schätzen Hecken mit vielen Verstecken. Totholz- und Komposthaufen so wie liegen gelassenes Laub bringt während der Vegetationsruhe Insektennahrung. Eine kleine Wasserfläche zum Baden und Trinken rundet das Bild von einem vogelfreundlichen Garten ab.

Aber auch bei den Äpfeln kann man für die Vögel etwas Gutes tun: Es ist darauf zu achten, dass Äpfel einlagig überwintern. Am besten halten sie, wenn der Stiel nach oben zeigt. Faule Äpfel sind ständig auszusortieren, damit die Gesunden nicht angesteckt werden. Sie sollten aber nicht in die Mülltonne wandern oder auf den Kompost geworfen werden. Gern werden die faulen Äpfel jetzt schon von der Vogelwelt angenommen. Aber ein regelrechtes Vogelfüttern sollte erst in Notzeiten wie bei geschlossener Schneedecke oder dauerhaft gefrorenen Boden erfolgen.