Wenn die ersten Blätter aus ihren Knospen sprießen und den Garten in ein frisches Grün tauchen, beginnt die liebste Jahreszeit von Petra Hoerrlein. Je länger die Tage werden, umso mehr Zeit verbringt sie im Freien. "Wenn es geht, sind wir im Sommer nur draußen", berichtet sie und zählt einige Plätze in ihrem Garten im Mühlhausener Ortsteil Decheldorf auf, an denen sie sich gerne aufhält.


Gemütlichkeit dank Terrasse und Hängematte

Gegessen wird meist an einem kleinen, verschnörkelten Metalltisch, die überdachte Terrasse spendet Schatten und Schutz vor Regen, zwei Holzbänke liefern den perfekten Blick auf den Teich und zwischen zwei Bäumen schaukelt im Sommer eine Hängematte. "Unser Garten ist groß genug und so finden wir für jede Gelegenheit den richtigen Platz", sagt Hoerrlein und erklärt, dass der Garten an der Westseite des Hauses liegt und deshalb auch im Winter die letzte Abendsonne einfangen kann.
Bei dessen Gestaltung ist es ihr wichtig, dass er langfristig pflegeleicht ist. Bei einigen Beeten verhindert eine spezielle mit Rindenmulch bedeckte Folie, dass zu viel Unkraut nachwächst. Für ihre Kräuter hat sie ein neues Hochbeet angelegt.


Heimische Pflanzen für fränkisches Klima - und ein paar Exoten

Die Pflanzen, die bei ihr gedeihen, sind hauptsächlich heimisch und kommen mit dem Klima gut zurecht. Exoten wie Zitronen- und Feigenbäume oder Oleander wachsen in großen Kübeln, die in einer leeren Pferdebox überwintern und erst im Sommer den Hof und Garten zieren werden.
Ihre Lieblingspflanze, der Buchs, verleiht dem Garten zu jeder Jahreszeit Farbe und Form. Er wird in jedem Jahr auf eine neue Art zurechtgeschnitten und bildet diesmal grüne Treppen. Dekorationen wie Tonfiguren, Laternen, Kugeln oder eine Mauer mit bunten Fliesen lockern den Anblick auf. "Das meiste stammt von Trödelmärkten, da finde ich immer irgendwas und so kommt jedes Mal etwas Neues dazu", erklärt Hoerrlein und fügt hinzu: "Ich habe eine Vorliebe für Metall, das rostige Farben annimmt und auch im Winter draußen bleiben kann."


Viele Ideen

Den rund 200 Jahre alten Hühnerhof mit Grundstück haben sie und ihr Mann Ende der 80er Jahre gekauft. Neben viel Arbeit bei der Renovierung, lieferte ihre neue Heimat aber ebenso viele Möglichkeiten der kreativen Gestaltung. Indem eine Idee auf die nächste folgte, entstand auch der Garten und so wurde zum Beispiel der Aushub für den Teich zu einem kleinen Hügel, der nun von einer Bank und Sträuchern gekrönt wird.
Über den Teich sollte anschließend noch eine Brücke führen und nun tummeln sich unzählige Goldfische, verschiedene Arten von Fröschen und ein ausgewachsener Karpfen im Wasser. "Der wird natürlich nicht gegessen. Bei uns dürfen alle Tiere bis zu ihrem natürlichen Ende leben", erzählt Hoerrlein, auf deren Hof noch zwei Katzen und drei Hunde ein Zuhause gefunden haben.
Durch das große Grundstück konnte sich Hoerrlein auch einen lang ersehnten Traum erfüllen und eigene Pferdeboxen und Koppeln direkt ans Haus angliedern. So beginnt hinter dem Hof das Reich von Oleg und Ludmilla. Aufgrund ihrer Eleganz und Sportlichkeit wurden die beiden Achal-Tekkiner nach einem erfolgreichen russischen Paar im Eiskunstlauf benannt. Mit drei Jahren wurden sie von Hoerrlein adoptiert und bereichern seitdem ihr Leben. Nun sind die Pferde 26 Jahre alt, grasen genügsam auf ihrer Weide und genießen gemeinsam mit ihrer Besitzerin die Ruhe und Natur im Steigerwald.