Eine Kräuterhexe sei sie nicht, erklärt Carola Hebentanz launig. Denn das mit dem Besen funktioniere leider nicht. Und da sie nicht zart wie eine Fee gebaut sei, gehe sie auch nicht als Kräuterfee durch. Was also dann? Ganz klar: Die Teuschnitzerin ist ein fränkisch's Kräuterfraala.
"Kräuter sind meine Leidenschaft", sagt die 43-Jährige. "Viele glauben, das hätte ich von meiner Uroma - ich bin damit aufgewachsen." Wer Carola Hebentanz sucht, findet sie im Garten, im Frankenwald oder online. In ihrem Blog auf http://kraeuterfraala.blogspot.de/ schreibt sie über ihre Erlebnisse rund um ihre Heimatsstadt Teuschnitz (Kreis Kronach), über die Natur und Rezepte. Es ist eine Mischung aus Gschichtla und Praxistipps.


Fast vergessene Traditionen

Traditionell habe es in den meisten Familien viel Kräuterwissen gegeben, glaubt Hebentanz. "Holundersaft und Zwiebeltee hatten doch alle Familien als Hausmittel." Nur sei vieles eben in Vergessenheit geraten. "Mir fällt aber immer wieder auf, dass junge Madla heute wieder auf alte Heilmittel zurückgreifen." Außer in ihrem Blog gibt sie ihr Wissen auch an der "Arnika-Akademie" Teuschnitz weiter.
Bei ihren vielen anderen Interessen und dem Beruf als Förderlehrerin hat sie oft eigentlich gar keine Zeit für den Blog. "Ich habe noch 33 Beiträge in der Hinterhand." Sie stöhnt: Texte vervollständigen, Bilder bearbeiten - da steckt noch einige Arbeit drin. Es lohnt sich, die Seite öfter zu besuchen, denn immer wieder gibt es etwas Neues.


Buntes Brot für die Gartenwochen

Zuletzt hat Carola Hebentanz exklusiv für die Gartenwochen ihr Rezept für "Buntes Brot" eingestellt. Ein Video dazu gibt's hier.

Dieses Rezept passt perfekt zur Grillsaison und sieht spektakulär aus. Allgemein mag's das Kräuterfraala bunt. Das Foto links zeigt sie beispielsweise beim Ansetzen von Fichtenzapfen, Vogelbeere und Hagebutte mit 60-prozentigem Schnaps. Sie verwendet dies als medizinisches Produkt zum Einreiben der Muskulatur und zum Einnehmen. Rein zur Dekoration ist der lustig bunte Schlumpfzucker, dessen Rezept das Kräuterfraala auf dieser Seite verrät - und weil sie's gern bunt treibt, gibt's außer blauem Zucker auch Varianten in grün und rot.


Rezept: Bunter Zucker

Zutaten:
• 100 Gramm Zucker
• etwa 30 bunte Kornblumenblüten für blauen Zucker, (unbehandelte) Rosenblüten für roten oder Pfefferminzblätter für grünen Zucker - für Kinder empfiehlt Carola Hebentanz mentholarme Sorten wie Apfel- oder Erdbeerminze

So geht's:
Von den Blumen nur die frischen Blätter, nicht das Innere der Blüte verwenden! Blätter mit dem Zucker mörsern, bis er blau, grün oder rot ist. Die leicht feuchte Masse auf einen flachen Teller oder ein Blech mit Backpapier geben und an einem warmen, dunklen Ort trocknen lassen. Noch einmal mörsern. Abfüllen. Die Farbe der Kornblumen ist nicht lichtbeständig: dunkel lagern!

Verwendung: Zur Dekoration: auf eine Bisquitrolle mit Erdbeer-Sahne-Füllung als Dekor z.B. oben Schokostreusel, grünen Pfefferminzzucker und Erdbeeren verwenden, oder Schokokuchen mit grünem Pfefferminzzuckerguss zubereiten. Mit der noch frischen Pfefferminzzuckermasse kann man eine schnelle Süßspeise herstellen.