Viel Grün, ein plätschernder Brunnen, ein Meer an wildwachsenden Akeleien in allen Farben und kunstfertige Skulpturen aus Holz, wohin das Auge schaut. Im Garten von Christine und Norbert Punke aus Melkendorf fühlt man sich als Gast wie Alice im Wunderland. Überall gibt es etwas zu entdecken. Jede Figur erzählt eine Geschichte und passt genau an den Fleck, an dem sie steht.

"Jeder Garten braucht einen Streichelzoo", sagt Norbert Punke, der alle diese Figuren selbst gefertigt hat. Dabei weiß man gar nicht, welches Tier in dieser Märchenwelt man zuerst streicheln soll: Das Nashorn mit seinem lustigen Hinterteil und das Krokodil, die die Terrasse bewachen? Oder den Ochsen, der auf die Tomaten aufpasst? Oder den "gemeinen Zebrapinguin" mit seinem keck in die Luft gereckten Schnabel?

Wer schon immer mal einen Frosch küssen wollte, muss die steile Treppe zur Tanzlinde erklimmen: Auf dem ebenfalls selbst gebauten Podest unterhalb der Baumkrone wartet ein etwa einen Zentner schwerer Riesenfrosch kussbereit auf eine Tanzlindenprinzessin. Man weiß ja nie...


Mit Humor und Liebe zum Detail


Holzskulpturen sind seit mehr als 25 Jahren Norbert Punkes große Leidenschaft. Jede Figur in seinem Garten hat der 63-Jährige selbst geschnitzt. Er zeigt dabei nicht nur Kunstfertigkeit, sondern auch viel Humor und Liebe zum Detail. Die Grundform holt er mit der Kettensäge aus dem Holzstamm. "Ich mag besonders gerne Stämme von Obstbäumen, obwohl oder gerade weil das Holz sehr hart ist." Die Feinarbeiten werden mit Schnitzeisen oder Raspel erledigt, anschließend die Oberflächen glatt geschliffen.

Kunst und Garten - das ist eine perfekte Kombination. Mit Farben, Formen und Kontrasten zu spielen, macht Freude. Die Natur mit ihren im Wechsel der Jahreszeiten variierenden Stimmungen bietet auch in Punkes Garten den Skulpturen eine lebendige Kulisse. So setzen derzeit Akeleien in Blautönen und eine in leuchtendem Orange erblühte Azalee den Lärchenwurzelspiralbrunnen in Szene. Das Wasser wird aus dem Teich nach oben gepumpt und plätschert durch die dezent bearbeitete Wurzel in gestaffelt platzierte Eisenschalen und wieder zurück in den Teich.


Kunstwerk zu verschenken


Kunstobjekte geben einem Garten Struktur, setzen individuelle Akzente. Mal spielen sie die Hauptrolle, mal sind sie dezente Begleiter. Definitiv eine Hauptdarstellerin ist "Das kleine Mädchen", an dem Norbert Punke derzeit arbeitet. 2,3 Tonnen schwer und 3,05 Meter lang war der Eichenstamm für diese Figur - "so hoch hängt ein Basketballkorb." Für die Bearbeitung der riesigen Skulptur, deren Haare gerade aus der Rinde des Eichenstammes entstehen, hat der Schnitzkünstler extra einen Pavillon errichtet. "Wenn die Figur fertig ist, braucht sie eigentlich einen Standort mit viel Platz, wo sie im Mittelpunkt stehen darf", sagt Norbert Punke. Für den Familiengarten ist sie eigentlich zu groß.

Der Melkendorfer würde die Figur deshalb gerne verschenken: "Am schönsten wäre für sie ein erhöhter Platz, vielleicht mit Bänken drum herum", so die Vorstellung des Schnitzkünstlers. "Ich gebe sie gerne jedem, der diese Arbeit zu schätzen weiß. Nur den Transport müsste derjenige selbst finanzieren."