Honigbienen kennt jeder. Aber hättest du gedacht, dass die meisten Bienen zu anderen Arten gehören? Weltweit gibt es etwa 30 000 verschiedene Wildbienen. Manche Arten sind größer, andere kleiner, und sie haben immer ein bisschen ein anders Muster. In Deutschland kommen etwa 550 verschiedene Wildbienenarten vor. Aber auch wenn sie nicht ganz so bekannt sind wie ihre Verwandten, die Honigbienen - sie sind genauso toll! Besonders gern mögen Gärtner diese Bienen, denn sie bestäuben viele Obstbäume. Und dadurch gibt es viele leckere Früchte.


Honig ist lecker, aber Bienen sind auch für Obstbäume wichtig

"Auch für unsere Streuobstwiesen sind die Bienen sehr wichtig", erklärt Ulrich Diezel, und dabei steht er auf einer schönen Streuobstwiese, die dem Obst- und Gartenbauverein in Priesendorf im Landkreis Bamberg gehört. Ulrich Diezel ist der Erste Vorsitzende des Vereins. Die Wiese ist etwa so groß wie ein Fußballfeld, und darauf stehen nicht nur 40 Obstbäume, sondern auch das Vereinsheim. Hier finden auch oft Veranstaltungen der Kinder- und Jugendgruppe des Vereins statt. "Freche Füchtchen" heißt sie.
Heute bauen die Kinder ein ganz spezielles Insektenhotel. Ahnst du schon, wer die Gäste sein sollen? Genau: Wildbienen.
Die "Frechen Früchtchen" haben Bienen heuer als Jahresmotto. Das war die Idee von Hannes und Jakob Wirsching, und die anderen Kinder haben zugestimmt. "Ich finde Bienen gut, weil die den Honig legen", erklärt der fünfjährige Hannes und sein Bruder, der ein Jahr älter ist, nickt. Auch er mag Honig. Die meisten Honigbienen wohnen in so genannten Bienenstöcken bei Imkern. Dort leben immer ganz viele Bienen zusammen in einem Volk. Sie haben eine Königin und kümmern sich gemeinsam um ihren Nachwuchs, die Brut.
Aber bei den Wildbienen ist das anders. Da gibt es ganz viele Einzelgänger. Für sie wird es immer schwieriger, geeignete Wohnstätten und Nistgelegenheiten zu finden, weil die Menschen ihre Gärten und Felder oft so ordentlich aufräumen. Die Bienen fühlen sich aber zum Beispiel in einem unordentlichen Steinhaufen wohl, oder in einem Haufen Reisig, oder in morschem Holz. Da können sie schön reinkrabbeln. Das können sie in die Hotels der Priesendorfer "Früchtchen" aber auch.


So einfach baust Du ein Bienenhotel

Damit es nicht nur den Insekten, sondern auch den Menschen gefällt, hat Rabea Scholl die Umrisse einer Biene auf eine Baumscheibe gemalt. An der Zeichnung entlang bohrt die Siebenjährige jetzt Löcher. Das sieht hübsch aus, und das Bienenhotel hat so gleich eine Menge Zimmer. Viel mehr braucht es jetzt nicht mehr: Ulrike Burger, die Leiterin der Jugendgruppe, hat noch einige Bretter besorgt. Die nageln die Kinder an den Ecken zusammen. Das sieht von der Seite ein bisschen aus wie der Buchstabe "L" und wird als Dach auf die Baumscheibe genagelt. In den Hohlraum in der oberen Ecke am besten noch ein paar Halme von Bambus oder Schilf stecken - fertig! Also fast: Auf das Dach kommt noch etwas Dachpappe. Schließlich soll es nicht hineinregnen in das erstklassige Fünf-Sterne-Hotel für die kleinen Wildbienen.