Auch wenn es vielen Menschen nicht passt, so ist das kühle Wetter zurzeit ein Segen für die Natur. Das richtige Frühlingserwachen wird somit wie auch in den vergangenen zwei Jahren weiter hinausgezögert. So hatte die Natur nach den sehr milden Wintern doch noch für einen Ausgleich gesorgt.



Das passiert mit den Pflanzen im Frühling

Mit zunehmendem Saftstrom, der die Nährsalze aus dem Erdboden in die Pflanze transportiert, werden die Pflanzen auch immer empfindlicher gegen die Kälte. Die Mineralien, die gegen Frost schützen sollen, werden verwässert und somit verdünnt. Das ist so wie bei der Kühlung des Motors im Auto, wenn immer neues Wasser hinzugegeben wird. Besonders empfindlich werden die Pflanzen dann bei einem zu frühen Schnitt, da die Verwässerung wegen des Mangels an Substanz viel größer wird.

Mit dem Schnitt von Rosen, Schmetterlingssträuchern und anderen empfindlichen Gehölzen sollte man deshalb bis Mitte März warten. Meistens gibt die Forsythienblüte im Frühjahr den Startschuss.


Frost und Kälte - Wann sollen Pflanzen zurückgeschnitten werden?

Zum frühen "Winterfestmachen" im November ist nicht zu raten. Da erfolgen teilweise schon ein Rückschnitt und ein Abdecken der Pflanzen. Dabei schadet die Kälte im Winter wenig, denn jetzt geht es erst so richtig los: Wenn es nachts friert und dann morgens die Sonne schon stark scheint, kommt es zum Austrocknen des Pflanzengewebes. Deshalb ist jetzt eine Beschattung mit Fichtenreisig notwendig. Besonders Anfang März erfrieren die Pflanzen oft in Verbindung mit Sonnenschein.

Manche Gartenbesitzer haben jetzt schon die Bauernhortensien zurückgeschnitten. Das ist aber nicht ratsam, da die Blütenknospen aus dem Vorjahr damit verschwinden. Im Frühjahr entfernt man lieber nur die alten abgestorbenen Blütendolden etwas oberhalb der neuen Knospen. Einige schwache Triebe kann man kürzen, damit sich von unten her kräftige Jungtriebe ausbilden können. Das führt dann zu einer laufenden, leichten Verjüngung.

Mit dieser Arbeit sollte man aber bei den Hortensien noch warten bis etwa Mitte März, da die Gefahr des Auswinterns sonst sehr groß ist. Die alten Blütenstände können jetzt noch ein wenig schützen. Bei kalten Nächten in Verbindung mit Sonnenschein am Tag bietet sich eine zusätzliche Beschattung mit Fichtenreisig an. Gerade Bauernhortensien gehören zu den empfindlichen Pflanzen. Andere Hortensienarten aber, wie die Rispen- und Waldhortensie, vertragen ebenso wie Beetrosen einen Rückschnitt Mitte März, da sie ihre Blüten an den neuen Trieben bilden.

Pflanzen wie Feldsalat sollten grundsätzlich im gefrorenen Zustand nicht bewegt oder zum Verarbeiten geerntet werden. Auch ist es besser, den Rasen nach Frostnächten nicht zu betreten. Die Gräser brechen dann wie Glas. Bei krautigen oder halbkrautigen Pflanzen wie Lavendel, Ysop oder Salbei ist es ebenfalls richtig, mit dem Schnitt bis zum Frühlingsanfang zu warten.