Vom Wintergarten seines Hauses blickt Edgar Dietrich hinunter zu seiner terrassenförmigen Gartenanlage. "Ich will meinen Garten immer zusammen mit der Natur gestalten. Ökologie ist für mich ganz wichtig", sagt der 70-Jährige. Sein Anwesen liegt "Am Weiher" in Küps. Mächtige Tannen und Laubbäume säumen links und rechts die vier Terrassen bis runter zum kleinen Bach.

Auf dem gefliesten Balkon am Haus stehen zahlreiche Harken, Schaufeln, eine Schubkarre und Pflanzenerde bereit. In dieser Saison will der Hobby-Gärtner neue Bäume einpflanzen. "Ich habe mir jetzt Tränen-Kiefern geholt", erläutert Dietrich. Viele seiner Nachbarn würden heutzutage pflegeleichtere Steingärten anlegen, er mag es naturbelassener. "Wir sind hier im Frankenwald, da pflanze ich lieber eine normale Kiefer oder eine Fichte in den Garten", erläutert der Küpser.

 

 


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An den Hanggärten auf der ersten Terrasse will Dietrich bald Rhododendren und Bodendeckerrosen anlegen. Denn die sind schön anzusehen und erleichtern die Arbeit in den steilen Beeten. "Unter den Sträuchern wächst dann kein Unkraut mehr", schildert der Rentner: "Ich bin jetzt doch schon 70 Jahre alt und dadurch muss ich nicht mehr so herumklettern und ausgrasen."

 

 


Abfall verwerten

Dietrich legt dabei Wert darauf, seinen Garten ökologisch zu bearbeiten. "Also die Hälfte meines Gartens ist in dem Stand, wie ihn früher die Bauern hatten - so, dass man Heu machen kann", sagt Dietrich. Gartenabfälle zum Beispiel schmeißt er nicht weg. Gehäckselte Pflanzen verwertet er auf seinem Grundstück als Mulch oder Kompost wieder.

Ökologisch Gärtnern bedeutet für ihn auch, abseits des Hauses nicht sofort jedes vermeintliche Unkraut zu entfernen und nicht jede Woche den Rasen zu mähen.

Wiesenblumen wie etwa Schlüsselblumen und Brennnesseln lässt er bewusst stehen. Denn naturbelassene Wiesen sind Futter für Schmetterlinge und Insekten. Auch andere Tiere finden in seinem Garten ein Zuhause. Über den Winter baut er Starenkästen und Vogelhäuser. "Jedes Jahr schreibe ich auf, welche Vögel ich sehe. Ich mache das, was mir eben Spaß macht", erklärt Dietrich, während etwas weiter unten ein Hase über die Wiese hoppelt.

In seinem Weiher hat er mehrere Koi-Fische, auch Enten schwimmen öfter auf dem Wasser.
In seiner Gartenhütte baut der Hobby-Bastler Gartendeko selbst. Aber nicht jedes Projekt gelingt auf Anhieb. "Ich habe auch schon Eulenkasten gebaut und rausgesetzt. Seit vier Jahren ist noch keine Eule drin gewesen", lacht Dietrich. Als nächstes möchte er Fledermaus-Kästen bauen. Im April legt er zudem noch die Gemüsebeete am untersten Hang an. "Heuer pflanze ich nur das ein, was ich selbst brauche. Früher habe ich viel hergeschenkt", so der Rentner. Er will Gurken, Zucchini und viele Zwiebeln anpflanzen.

 

 


Hupe ruft zum Kaffeetrinken

Wenn der 70-Jährige in seinem weitläufigen Garten stundenlang arbeitet, dann hört er oft nicht, wenn seine Frau ihn zum Essen oder Kaffeetrinken ruft. Deswegen haben sie eine Luftdruck-Hupe besorgt. "Und wenn ich die höre, komme ich wieder zurück ins Haus", sagt der Küpser. Auch in seiner Freizeit verbringt er gerne Zeit im Garten "Am Weiher". Dann setzt er sich mit seinen Freunden auf eine Bank und trinkt ein Bier. Oder er genießt die Aussicht - beim Blick auf die Anlage aus seinem Wintergarten.