Oder Trikots. Es stimmt nämlich nicht, dass Mann die sofort nach dem Tragen waschen muss. Das, was ohne Waschen passiert, ist nicht schlimm. Mann riecht nur wie eine Sporttasche. Warm, leicht süßlich, nach Fußball. Aber das macht nichts. Mann lebt in dieser Welt alleine. Fast. Diese Welt kennt nur zwei Jahreszeiten: Spieltag und nicht Spieltag. Mann mag in dieser Welt den Spieltag mehr. Mann darf dann Mann sein.

Teigbrocken mit den Fingern essen. Bier von Fremden trinken. Laut singen. Dinge, die zum Fußball gehören, zu dieser Welt, zum Mann? Frauen gibt es in dieser Welt nicht viele. Höchstens ein paar. Vielleicht kann man die Frauen in dieser Welt am besten mit der Spanischen Nationalmannschaft vergleichen: Elegant, leichtflüßig, zielstrebig. Mann glaubt beim Zuschauen, die schweben über den Rasen. Die Ureinwohner dieser Welt könnten die Iren sein. Mehr grätschend als laufend, mit Abwehrspielern breit wie Kleiderschränke. Früher sahen alle Fußballer in dieser Welt aus wie die Iren. Kantig, stoppelbärtig, liebenswert. Wie echte Männer. Heute brauchen die echten Männer ihre eigene Welt. Wenigstens eine Zeit lang.

Die Fußball-Europameisterschaft zieht drei Wochen lang alles in ihren Bann - auch unsere Redakteure Tobias Köpplinger und Leopold Teuscher. Was die beiden rund um die Spiele und am Rande des Wettbewerbs so erleben, bloggen sie als "Einwurf" und "Abseits" auf em.infranken.de.