Ein Gutachten habe ergeben, dass der Mann dauerhaft verhandlungsunfähig sei, sagte die Nürnberger Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke am Mittwoch. Die Behörde hatte gegen den Mann aus dem Landkreis Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim wegen Beteiligung an Verbrechen als Wachmann in Auschwitz-Birkenau und in Majdanek-Lublin ermittelt. Der Vorwurf lautete Beihilfe zum Mord in einer unbekannten Zahl von Fällen.

Der 92-Jährige hatte angegeben, er sei erst Ende 1944 nach Auschwitz-Birkenau gekommen - als es dort keine Tötungen mehr gegeben habe. Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee dort etwa 7000 Gefangene. In dem bei Krakau gelegenen Lager wurden im Zweiten Weltkrieg mehr als eine Million Menschen ermordet, zumeist Juden. In Majdanek sollen mindestens 78.000 Menschen ermordet worden sein.