Wegen gefährlicher Körperverletzung ist der Club-Spieler Timo Gebhart in Nürnberg zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der Mittelfeldspieler des 1. FC Nürnberg muss zudem 3500 Euro Schmerzensgeld an die junge Frau zahlen, die er gewürgt hatte, sowie 14 000 Euro an zwei gemeinnützige Organisationen.

Der 25 Jahre alte Fußballer hatte zuvor über seinen Verteidiger gestanden, im Februar 2013 in einer Nürnberger Diskothek eine junge Frau bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt zu haben. Im Gegenzug für das Geständnis war ihm eine Höchststrafe von einem Jahr auf Bewährung zugesagt worden. Alle anderen Anklagepunkte wurden am Freitag im Zuge der Absprache vom Amtsgericht Nürnberg fallengelassen.

Auf dem Weg zur Toilette abgepasst

Der Tat in der Disco war ein Streit vorausgegangen. Laut Anklage sprachen Gebhart und ein Begleiter eine vierköpfige Clique an. Dabei soll Gebharts Freund einem Mann die Lippe blutig geschlagen haben - gegen ihn wird gesondert verhandelt. Die Freundin des Opfers ging daraufhin zur Toilette, um Tücher zum Abwischen der Wunde zu holen. Gebhart und ein Begleiter passten sie auf dem Weg ab. Dann soll der Kumpel die 29-jährige Frau festgehalten und der Fußballer sie gewürgt haben, bis sie kurzzeitig das Bewusstsein verlor. Die Frau sagte vor Gericht, Gebhart habe sie auch zweimal gegen die Bar geschubst, wodurch sie Prellungen erlitten habe.

Die Staatsanwaltschaft hatte Gebhart schon vor Beginn der Hauptverhandlung am Mittwoch angeboten, einen weiteren Anklagepunkt fallen zu lassen, wenn er ein umfassendes Geständnis ablegt. Darauf war der Fußballer jedoch zunächst nicht eingegangen.