Wegen seiner provozierenden Skulpturen gilt er manchen als "Rambo unter den heutigen Bildhauern". Auch in Nürnberg hat Olaf Metzel für seine umstrittene Skulptur "Auf Wiedersehen" 2006 viel Kritik einstecken müssen. Demnächst wird der Berliner Bildhauer gleich mit einer ganzen Reihe von Werken in der Stadt vertreten sein. Von November an will das Neue Museum dem Künstler eine ganze Ausstellung widmen, kündigte Museums-Chefin Eva Kraus am Mittwoch an.

Die in Nürnberg gezeigten Arbeiten seien ein "Parcours durch verschiedene derzeit virulente gesellschaftliche Themen". Neben bereits bekannten Werken seien auch neu entstandene Installationen zu sehen, sagte Kraus. Sie hofft, dass viele Nürnberger die Ausstellung dazu nutzen, sich einmal umfassender mit Metzels Arbeiten auseinanderzusetzen.
Vor lauter politischen Diskussionen um seine Arbeiten kämen seine bildhauerischen Qualitäten manchmal etwas zu kurz.

Im Jahr 2006 hatte Metzel mit einer aus 780 Stadionsitzen bestehenden Skulptur für Bürgerproteste in Nürnberg gesorgt. Metzel hatte mit den aus dem Berliner Olympiastadion stammenden Sitzen den Schönen Brunnen auf dem Hauptmarkt umhüllt. Die Sitze aus der Zeit der "Hitler-Olympiade" 1936 sollte die Nürnberger an die braune Vergangenheit ihrer Stadt erinnern.

In einer weiteren großen Ausstellung setzt sich das Museum für Kunst und Design im Zeitalters des "Selfis" mit dem Thema "Gesichter" auseinander. Gezeigt würden dabei von Ende März an 50 Exponate von 20 Künstlern, die sich der Darstellung von Gesichtern verschrieben haben.

Im Jahr 2015 hatte das Museum seine Besucherzahl mit knapp 80 000 leicht steigern können. Mehr als 22 000 davon hatten bis zum Jahresende die Gerhard-Richter-Ausstellung besucht. Insgesamt hätte die gerade zu Ende gegangene Schau mehr als 61 000 Besucher angezogen. "Die Richter-Ausstellung war damit die mit Abstand erfolgreichste Ausstellung in der Geschichte des Neuen Museums", sagte Kraus. Sie habe fast zweieinhalb Mal so viele Besucher gehabt wie die bislang erfolgreichste Ausstellung über den Architekten Helmut Jahn.