Die Mitglieder des Bundes Naturschutz (BN) in Nürnberg können ab Donnerstag (16. März 2021) über den umstrittenen Ausbau des Frankenschnellwegs abstimmen. Sie sollen nun entscheiden, ob der BN weiter gegen die Millionen Euro teuren Pläne für eine Art Stadtautobahn ohne Kreuzungen klagen soll oder ob er den mit Stadt und Freistaat ausgehandelten Vergleich annehmen soll.

"Nach wie vor halten wir das Projekt für eine verkehrspolitische Fehlentscheidung", teilte der BN auf seiner Homepage mit. Der Erfolg einer Klage sei aber fraglich, wie die mündliche Verhandlung 2015 vor dem Verwaltungsgerichtshof ergeben hatte. Deshalb hatte der BN damals mit den Vergleichsverhandlungen begonnen.

Umstrittener Ausbau des Frankenschnellwegs: Abstimmung in Nürnberg bis 6. April

"Durch den Vergleich verbessert sich aber die derzeit katastrophale Situation für die Anlieger", sagte der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Nürnberg, Otto Heimbucher den "Nürnberger Nachrichten" (Dienstag). Der Vergleich sieht unter anderem einen besseren Lärmschutz, ein Tempo-Limit und ein Verbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen auf dem Frankenschnellweg vor.

Das Klima-Bündnis "Nürnberg for Future" kritisiert den Vergleich als "ökologische Schönheitsreparaturen". Das Projekt stehe einer dringend notwendigen Verkehrswende entgegen, teilte der Zusammenschluss von 24 zivilgesellschaftlichen Organisationen mit. Er fordert deshalb, den Vergleich abzulehnen.

Die Mitglieder der BN-Kreisgruppe Nürnberg erhalten die Unterlagen für die Abstimmung ab Donnerstag per Post. Sie können ihre Stimme bis zum 6. April abgeben.