• Tierheim Nürnberg sucht für "Kampfhund" Brasco liebevolles Zuhause
  • "Im falschen Körper geboren": Staffordshire-Mix darf in Bayern nicht gehalten werden
  • "Gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit"? Das hält die Tierheimleiterin von der Einstufung
  • Tierheime deutschlandweit voll mit Listenhunden der Kategorie 1

"Kampfhund" wartet auf sein Glück: Seit dem 13. März 2019 schon lebt Hund Brasco im Tierheim Nürnberg. Als Staffordshire-Mix fällt er in die Kategorie 1 der sogenannten Listenhunde. Brasco gilt in Bayern damit als "Kampfhund" und darf im Freistaat nicht gehalten oder eingeführt werden. Dabei sei er keinesfalls aggressiv, versichert Tierheimleiterin Miriam Zimmermann gegenüber inFranken.de

Tierheim Nürnberg hofft auf Interessenten für "Kampfhund" Brasco

Der fünfjährige Brasco sei "im falschen Körper geboren", schreibt das Tierheim Nürnberg auf Facebook. Zu den Tierschützer*innen gelangte er, weil er aufgrund seiner Rasse vom Amt beschlagnahmt worden war, erklärt Zimmermann. Wie Brasco ergeht es vielen Artgenossen. Nur mit Erlaubnis der Wohnsitzgemeinde ist es in Ausnahmefällen erlaubt, Listenhunde in Bayern zu halten. Andernfalls werden sie in kommunale Einrichtungen gebracht. inFranken.de berichtete 2019 ausführlich über dieses Thema

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Im Bayerischen Recht wird "gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit gegenüber Menschen oder Tieren" mit Hunden wie Brasco in Verbindung gebracht. "Das ist nicht richtig", sagt Zimmermann hierzu. "Jeden Hund kann ich gefährlich machen, wenn ich möchte. Sie sind definitiv nicht gesteigert aggressiv oder gefährlich. Auch Brasco nicht." Mit seinen Bezugspersonen sei er sogar "lieb und verschmust".

Wieso wartet er dann schon seit fast drei Jahren auf Menschen, die ihn bei sich aufnehmen möchten? "Er ist nicht der einzige Kategorie-1-Hund, der bei uns ist. Deshalb ist es schwierig. Und Brasco wird gerne übersehen. Warum, können wir auch nicht genau definieren", konstatiert Zimmermann. Eigentlich müsse nur beachtet werden, dass keine Kinder in der Familie sind. Der Staffordshire-Mix brauche aber Menschen mit Erfahrung und Hundeverstand - sonst könne es vorkommen, dass Brasco entscheidet, wer ins Haus darf und wer nicht.

Tierheimleitung sieht Problem bei "Hinterhofvermehrern"

Zimmermann fügt hinzu, dass die Tierheime deutschlandweit voll mit Kategorie-1-Hunden seien. Die seriösen Züchter riefen dieses Problem nicht hervor, sondern "die Auslandshändler und privaten Hinterhofvermehrer, die die Hunde über Kleinanzeigenportale verscherbeln", erklärt die Tierheimleiterin. Eine Kontrolle über die Anzahl der Listenhunde sei so nicht möglich.

Das Tierheim Nürnberg gibt die Hoffnung indes nicht auf, dass Brasco noch vor der Vollendung seines dritten Jahres bei den Tierschützer*innen ein neues Zuhause findet. Mit anderen Hunden sei er auch verträglich, nur manchmal entscheide die Sympathie. 

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