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Hersbruck
Tierschmuggel

Tierheim Hersbruck: Katzen-Babys nach Höllen-Transport aktuell auf Quarantäne-Station

Das Tierheim Hersbruck erhält derzeit zahlreiche Anfragen für die auf der A3 geretteten Katzen-Babys. Sogar aus der Schweiz kommen Anrufe. Die Tierschützer bitten aber weiterhin um Geduld - es sei noch unklar, ob und wann die Kleinen vermittelbar sind.
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  • Tierheim Hersbruck erhält Katzen-Anfragen aus ganz Deutschland und der Schweiz
  • Kätzchen derzeit noch auf Quarantäne-Station
  • Katzen-Babys voraussichtlich erst in drei bis vier Monaten vermittelbar
  • Tiere haben Horror-Transport auf A3 hinter sich

Update vom 22. Juni 2020, 13.45 Uhr: Kätzchen befinden sich auf Quarantäne-Station

Die auf der A3 aus einem moldawischen Transporter geretteten Katzen-Babys befinden sich im Tierheim Hersbruck auf der Quarantäne-Station. Es gehe ihnen gut, aber noch seien sie nicht bereit für die Tollwut-Impfung, so das Tierheim.

Leiterin Martina Höng berichtet im Gespräch mit inFranken.de: "Wir bekommen Anfragen aus ganz Deutschland, bis hoch nach Brandenburg. Sogar aus der Schweiz rufen die Leute wegen der Katzen an." Im Moment bittet das Tierheim aber, von weiteren Anfragen abzusehen. Wann die Katzen-Babys vermittelbar sind, sei immer noch unklar. 

Update vom 12. Juni 2020, 07.35 Uhr: Vermittlung der Katzen-Babys noch nicht möglich

Nach dem Horror-Transport sind die sechs Kätzchen noch sehr geschwächt. Voraussichtlich müssen sie wohl noch eine ganze Weile im Tierheim Hersbruck bleiben. „Es kann noch drei bis vier Monate dauern, bis sie vermittelt werden können“, so Ronja Pfaffenberger, stellvertretende Leiterin des Tierheims.

„Die Kleinen müssen 12 Wochen alt sein, um die Tollwut-Impfung zu bekommen.“ Danach müsse man 21 Tage bis zu einer Blutuntersuchung warten, dann folgen weitere Impfungen. Wie die Katzen-Babys darauf reagieren, sei noch nicht abzusehen: „Bei so kleinen Mischlingen weiß man das nicht so genau“, so Pfaffenberger. Es könne sein, dass die Kätzchen nicht überleben.

„Wir bekommen viele Anfragen zu den Kleinen. Natürlich freuen wir uns darüber, aber wir möchten klar sagen: Das geht im Moment nicht. Wir wissen nicht, wie es in ein paar Wochen oder Monaten um die Katzen steht.“ Alle sechs seien aber am Leben. Obwohl sie deutlich matter sind, als die anderen Katzen-Babys im Tierheim, spielen sie schon sehr schön. Ob jemals eine Vermittlung möglich ist, bleibt abzuwarten.

Zoll fand Kätzchen bei Autobahn-Kontrolle

Bei einer Fahrzeugkontrolle auf der A3 hatten Zollbeamte am Freitag (29. Mai 2020) die sechs ausgehungerte Katzen-Babys gefunden: Durch ihre jämmerlichen Miau-Rufe machten die kleinen Kätzchen auf sich aufmerksam. Die Beamten vermuteten eigentlich, dass der Transporter aus Moldawien Zigaretten schmuggelt. In einem Karton fanden sie dann die sechs Kätzchen, die Babys waren in einem erbärmlichen Zustand. Nach 18 Stunden Fahrt waren sie bereits völlig ausgehungert und dehydriert. Jetzt kümmert sich das Tierheim Hersbruck um die kleinen Katzen.

Nach langer Quälerei: Kätzchen müssen aufgepäppelt werden

"Ein weiteres Schicksal, dass uns mal wieder mehr gezeigt hat, zu was Menschen fähig sind", heißt es auf der Facebook-Seite des Tierheims. Die Kätzchen seien nicht älter als sieben Wochen, erklärt Ronja Pfaffenberger, die stellvertretende Leiterin des Tierheims, gegenüber inFranken.de. "Das ist viel zu jung, um von ihrer Mutter getrennt zu werden. Normal sind zwölf Wochen, damit die Babys ihre soziale Art und Regeln lernen, oder auch mit ihrer Mama kuscheln können." 

"In dem Alter wachsen Katzen gerade mal Zähne, und sie fangen an, selbst zu essen", erläutert Pfaffenberger. "Die sechs sind wirklich sehr lieb, müssen jetzt aber erst einmal wieder aufgepäppelt werden, damit wir sie gegen Tollwut impfen können", sagt die Tier-Expertin.

Bis dahin stehen die Babys unter Quarantäne. "Die Kätzchen haben ihr eigenes Zimmer mit vielen Spielsachen, damit sie sich austoben können. Dreimal am Tag gehen wir mit Vollmontur zu ihnen, damit sie den Bezug zum Menschen nicht verlieren", erklärt die Tierpflegerin. 

Tieren und Pflegern helfen: Tierheim lebt von Spendengeldern

Erst wenn die Kätzchen wieder fit sind und geimpft wurden, könne man die Tiere an neue Besitzer vermitteln. Bis dahin pflegt Pfaffenberger und ihr Team die Katzen-Babys: "Es kostet uns täglich um die 60 Euro, die sechs Kleinen zu versorgen", schreibt das Tierheim - die Kosten für einen Tierarzt noch nicht mitgerechnet. 

Um sich auch weiterhin möglichst gut um die Tierchen kümmern zu können, bittet das Hersbrucker Tierheim um Spenden. Wer den sechs Katzen-Babys im Hersbrucker Tierheim helfen möchte, kann folgendermaßen spenden:

Bankverbindung 

  • Sparkasse Hersbruck
  • IBAN: DE85760501010190034017
  • BIC: SSKNDE77xxx

oder mit Paypal

  • hersbrucker.tierheim@web.de

Vermutlich war der Transporter nach Belgien unterwegs, wo die Tiere besonders günstig im Internet verkauft werden sollen, erklärt Pfaffenberger. Die Käufer glauben, ein Schnäppchen zu machen, jedoch müssen solche Tiere besonders oft zum Tierarzt, da sie schlecht behandelt wurden oder sogar aus Inzucht stammen. "Es geht hier nur ums Geld."