Im Tiergarten der Stadt Nürnberg kam erneut ein Wildpferd zur Welt. Das weibliche Przewalski-Fohlen Sira wurde am 9. September 2020 geboren. Seine Eltern sind die Stute Sirelle und der Hengst Galsan.

In seiner ursprünglichen mongolischen Heimat wurde das Przewalski-Pferd (Equus ferus przewalski) in den 1960er Jahren ausgerottet. Überlebt hat diese Tierart nur in Zoos und auch nur, weil durch Wildfänge rechtzeitig eine Reserve-Population in menschlicher Obhut aufgebaut wurde. Das berichtet der Tiergarten Nürnberg in einer Pressemitteilung.

Wildpferde sollen wieder angesiedelt werden: Tiergarten Nürnberg unterstützt dabei

Seit den frühen 1990er Jahren gibt es Bestrebungen, in der Mongolei wieder Wildpferde anzusiedeln. Dieses Projekt betreut heute die International Takhi (Wildpferd) Group (ITG), deren Gründungsmitglied der Tiergarten Nürnberg ist. Die ITG siedelt die Wildpferde im mongolischen Nationalpark Great Gobi B wieder an. Dabei arbeitet sie mit der lokalen nomadischen Bevölkerung und der mongolischen Regierung zusammen.

 

Das Ziel des Wiederansiedlungsprojekts ist der Schutz des einmaligen Lebensraums für Menschen, Tiere und die gesamte Biodiversität. Im Juni 2020 kam das 300. Takhi in der Great Gobi B zur Welt. Die dortigen Ranger erwarten in diesem Jahr insgesamt 60 bis 70 Takhi-Fohlen.

Der Tiergarten Nürnberg beteiligte sich in der Vergangenheit nicht nur mit Pferden aus seiner Zucht an diesem Projekt, sondern darüber hinaus auch finanziell. Des Weiteren nimmt der Tiergarten am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für diese Tierart teil. Aktuelle Information finden sich unter www.takhi.org.

Wildpferde als "vierbeinige Landschaftspfleger"

Bereits seit siebzehn Jahren beweiden zusätzlich Przewalski-Pferde aus dem Tiergarten Nürnberg und dem Münchner Tierpark Hellabrunn die offenen Sandlebensräume im Naturschutzgebiet Tennenloher Forst bei Erlangen. Die Wildpferde sorgen als "vierbeinige Landschaftspfleger“ dafür, dass der Pflanzenbewuchs zurückgehalten wird und die ökologisch wertvollen Sandflächen offenbleiben.