Ein menschliches Bedürfnis hat einem Autofahrer in der Oberpfalz ein schrottreifes Auto eingebracht. Das Unglück geschah, als er für eine Pinkelpause anhielt: Ein Baggerfahrer bemerkte das neben ihm stehende Cabrio nicht und beschädigte es stark mit der Schaufel. Das teilte die Deutsche Presse-Agentur am Montag mit.

Den Schaden bekommt er vom Unfallverursacher nicht vollständig ersetzt. Der Cabriofahrer muss ein Viertel des Gesamtschadens von rund 18.000 Euro selbst tragen, so das Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth. Der Baggerfahrer, der das Cabrio mit seiner Schaufel versehentlich demolierte, haftet demnach zu drei Vierteln für den Schaden. Das Urteil vom 24. Februar ist noch nicht rechtskräftig. (Az: 8 O 6187/20)

So kam es zu dem Unglück

Der Cabriofahrer war im Februar 2020 im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz von einer Straße auf einen Schotterweg abgefahren, um eine Pinkelpause einzulegen. Er landete auf einem Privatgrundstück, bemerkte dies aber nicht, da es nicht als solches zu erkennen gewesen sei, hieß es. Als der Mann seinen Wagen neben dem Bagger abstellte, drehte der beklagte Baggerfahrer offenbar plötzlich die Baggerschaufel nach links und beschädigte den Wagen stark.

Der Fahrer hätte sich vergewissern müssen, dass während der Arbeiten niemand neben dem Bagger stand, entschied das Gericht. Deshalb muss der Beklagte nun den Großteil des Schadens tragen. "Er musste damit rechnen, dass sich andere Verkehrsteilnehmer auf sein Grundstück, welches nicht als Privatgrundstück erkennbar war, begeben und hätte die Baustelle entsprechend beschildern müssen", heißt es in der Urteilsbegründung.

Der klagende Autofahrer hätte wiederum größeren Abstand zu dem Bagger einhalten müssen, so das Gericht. Daher muss er ein Viertel des Schadens selbst tragen.