Nach der ersten Saisonniederlage fordert Kramer von seinen Kleeblättern einen couragierten Auftritt. "Wir müssen zeigen, dass wir Mumm in den Knochen haben. Jeder Einzelne muss zeigen, dass er ein Kerl ist", sagte Kramer am Mittwoch in Fürth. Der 41-Jährige erwartet am Freitag (18.30 Uhr) "ein Superspiel gegen einen heißen Aufstiegsanwärter". Union Berlin und Bundesliga-Absteiger Greuther Fürth führen die Tabelle der 2. Liga vor dem 8. Spieltag mit jeweils 14 Zählern an.

"Wir wissen, was uns in der Alten Försterei erwartet, eine Mannschaft, die viel Wucht zu Hause ausstrahlt und versucht, den Gegner ständig unter Druck zu setzen. Dagegen müssen wir uns wehren", äußerte Kramer. Allerdings rechnet er nicht mit einem Gegner, der gegen die auswärts noch ungeschlagenen Franken kopflos nach vorne rennen wird. "Union spielt sicher kein Harakiri. Sie werden kaum über 90 Minuten auf uns ein Angriffspressing ausüben."

Wie bei der 0:2-Heimniederlage gegen den VfL Bochum fällt Ognjen Mudrinski auch in Berlin aus. Für den 21 Jahre alten Angreifer kommt das Topspiel nach der Entfernung seiner Weisheitszähne noch zu früh.

Mattuschka: Der Rasen wird brennen

Die "Eisernen" von Union möchten ihrerseits noch länger die Höhenluft der 2. Liga genießen. "Wir wissen, dass es eine vorübergehende Situation ist. Es liegt an uns, daraus vielleicht eine Situation zu machen, die etwas länger andauert", erklärte Union-Profi Michael Parensen vor der Spitzenpartie. "Der Rasen wird brennen", versprach auch Kapitän Torsten Mattuschka.

Dass Union seit dem Wiederaufstieg 2009 keine einzige der sechs Zweitliga-Partien gegen die Fürther gewinnen konnte, soll für das neue Duell keine Rolle spielen. Der aktuelle Fürther Kader habe mit dem aus vorangegangenen Jahren nicht mehr viel zu tun, bemerkte Berlins Trainer Uwe Neuhaus: "Wir treffen auf eine veränderte Mannschaft, die aber Tabellenführer war und auswärts sieben Punkte geholt hat", warnte der Chefcoach vor dem Erstliga-Absteiger. "Auf uns wartet eine schwierige Aufgabe. Wir wollen natürlich trotzdem unsere Tabellenführung verteidigen", ergänzte Neuhaus.

In personeller Hinsicht dürfte sich bei den seit sechs Liga-Begegnungen ungeschlagenen Berlinern kaum etwas ändern. Sören Brandy, der Siegtorschütze beim jüngsten 1:0 in Ingolstadt, soll seine Oberschenkelprobleme überwunden haben. "Es ist kein Verletzter dazugekommen. Alle sind erholt und fit. Es besteht kein Anlass, etwas zu verändern", sagte Neuhaus. Die Langzeitverletzten Björn Jopek, Ahmed Waseem Razeek (beide Kreuzbandriss) und Mario Eggimann (Bandscheibenvorfall) fehlen weiter. dpa