Als wäre diese an Tiefpunkten so reiche Saison des 1. FC Nürnberg nicht schon schlimm genug, kommt es vor dem letzten Spieltag der Zweitliga-Runde knüppeldick. Der "Glubb" hängt am Tropf des ungeliebten Nachbarn Greuther Fürth. Allmächd! Klar, noch haben die Keller-Kicker alles selbst in der Hand - theoretisch. Ein Sieg in Kiel, und das Nachsitzen in der Relegation bleibt dem einst so ruhmreichen 1. FC Nürnberg erspart. Doch wer glaubt daran schon? Nach diesem desaströsen Auftritt gegen den VfB Stuttgart, der die Fans sprach- und fassungslos zurücklässt.

Auch der Autor dieser Zeilen ist Club-Fan und seit Sonntag um eine bittere Erkenntnis reicher: Sich binnen 90 Minuten die gute Ausgangslage nach dem Wiesbaden-Spiel und auch noch die Tordifferenz zu versauen - das schafft wohl nur der Club. Dass der an der Ostsee besteht, davon ist in dieser Verfassung nicht auszugehen. Und so muss der neunfache deutsche Meister darauf hoffen, dass die Fürther gegen den Karlsruher SC nicht verlieren. Für Fürth geht es um gar nichts mehr, für den KSC um den direkten Klassenerhalt ohne Umwege. Und: Die Mannschaft von Christian Eichner dürfte nach dem 3:3-Unentschieden (nach 0:3-Rückstand) gegen Meister Bielefeld mit neuer Hoffnung in den Fürther Ronhof fahren.

Ob sich das im Niemandsland der Tabelle befindende Kleeblatt mit voller Kraft dagegen stemmt? Fraglich. Offen ist auch, was den Fürthern wohl lieber wäre: Viele Fans würden den großen Nachbarn wohl sehr gerne für mindestens eine Saison in der Drittklassigkeit spielen sehen. Ob die Mannschaft ähnlich denkt? Schließlich sammelte das Kleeblatt in den Derbys regelmäßig vier bis sechs Punkte.

Egal, wie diese Saison für den FCN endet: Es muss aufgeräumt werden - gnadenlos. Sportdirektor, Trainer und weite Teile der Mannschaft haben es nicht verdient, für diesen Verein zu arbeiten. Was die handelnden Personen aus dem 1. FC Nürnberg gemacht haben, ist eine Schande!

t.herrling@infranken.de