Der 1. FC Nürnberg hat seinen Derby-Frust mit einem Überraschungssieg in der 2. Fußball-Bundesliga schnell verarbeitet. Der FCN gewann eine Woche nach dem 2:3 im Nachbarschaftsduell gegen die SpVgg Greuther Fürth bei Bundesliga-Absteiger SC Paderborn mit 2:0 (1:0).

Robin Hack (8. Minute) und Felix Lohkemper (49.) bescherten der Mannschaft von Trainer Robert Klauß am Sonntag den verdienten dritten Saisonsieg. Es war das zweite Zu-Null-Spiel der Franken in dieser Spielzeit. Fünf Tage nach dem 36. Geburtstag ihres Coaches liegen die Nürnberger weiter zwei Punkte vor Relegationsrang 16.

FCN-Spieler Geis: "Wir sind gierig"

«Wir haben viele Spiele, die ordentlich sind, wir haben aber auch viele Spiele, wo es ein bergauf und bergab ist», resümierte Mittelfeldspieler Johannes Geis. «Es ist ein Lernprozess mit unserer jungen Mannschaft, aber wir sind gierig.»

Angreifer Manuel Schäffler konstatierte: «Eklig gewonnen. Wir waren in den Zweikämpfen eklig, wir waren in den Räumen eng, wir haben den Gegner vor Aufgaben gestellt.»

Eine Woche nach der Niederlage gegen Fürth erwischten die Nürnberger einen Auftakt nach Maß. Lohkemper, der in der Schlussphase noch in eine hitzige Rudelbildung involviert war, startete auf der linken Seite durch und flankte maßgenau auf Hack, der sich im Luftkampf gegen Johannes Dörfler durchsetzte.

Bei der Landung verdrehte sich der U21-Nationalspieler aber den linken Fuß und musste später gegen Fabian Schleusener (39.) ausgewechselt werden. Die Paderborner hätten kontern können, der Kopfball von Kapitän Sebastian Schonlau krachte aber gegen den Pfosten. «Club»-Keeper Christian Mathenia wäre nicht herangekommen.

Die Nürnberger hielten dagegen. Schäffler (14.) beschäftigte die Paderborner Innenverteidigung, seinen Schuss konnte Torwart Leopold Zingerle gerade noch an die Latte lenken.

Dann jubelten die Hausherren über den Ausgleich - aber vergeblich. Vor Sebastian Vasiliadis' vermeintlichem Treffer in der 18. Minute erkannte der Videoschiedsrichter ein Handspiel. Die Franken schnauften in einem kurzweiligen Spiel erleichtert durch.

Auch in der zweiten Hälfte erwischten die Nürnberger einen Topstart. Diesmal flankte nach einem Schnellangriff Schäffler in die Mitte, Lohkemper verwandelte mit dem Kopf. Es war sein viertes Saisontor.

Die nur mit einer Änderung in der Startelf im Vergleich zur Derby-Niederlage angetretenen Franken zogen sich später zurück, die Gastgeber konnten aus ihren Ballbesitzphasen aber keinen Nutzen ziehen. Stattdessen verpassten in einer Doppelaktion Schleusener und dann Lohkemper (79.) die endgültige Entscheidung.

Nach eineinhalb Jahren Pause wegen schwerer Verletzungen konnte Virgil Misidjan wenige Minuten vor dem Abpfiff noch sein Comeback geben - und dann gleich mit einem Sieg. «Es geht darum, zwei, drei Spiele am Stück konstant zu punkten und auch mal einen zweiten Sieg nachzulegen», verkündete Klauß nach dem Schlusspfiff.