Zurückziehen kennt Christopher Schindler nicht. Der Neuzugang des 1. FC Nürnberg hat schließlich fünf Jahre für Huddersfield Town in England gespielt. Zwei Spielzeiten kickte der robuste Abwehrspieler sogar in der Premier League gegen Sturmstars wie Harry Kane und Mohamed Salah. Im Dezember 2020 verletzte er sich allerdings schwer am rechten Knie und fiel monatelang aus.

In diese schwere Phase fiel auch Schindlers Rückkehr nach Deutschland. Der 1. FC Nürnberg verpflichtete den früheren Kapitän des TSV 1860 München als Führungskraft in der 2. Fußball-Bundesliga. Der 31-Jährige ist nun trotz wenig Spielpraxis nach achtmonatiger Pause stärker gefordert als vermutlich zunächst geplant.

FCN-Neuzugang: Schindler soll Neuzugang Hübner ersetzen

Denn Neuzugang Florian Hübner vom 1. FC Union Berlin hatte sich schon in der Vorbereitung eine Bandverletzung am Schultergelenk zugezogen, die ihn jedoch erst jetzt außer Gefecht setzt. Eine Pause im DFB-Pokal gegen den SSV Ulm (1:0) sollte dem 30 Jahre alten Innenverteidiger eigentlich gut tun. Die Rückkehr ins Training von Hübner scheiterte aber. «Es ging nicht mit der Schulter», sagte Trainer Robert Klauß zum Ausfall am Donnerstag.

Am Freitag hatten die Nürnberger dann bittere Gewissheit. Hübner muss an der lädierten Schulter sogar operiert werden und fällt damit mehrere Wochen aus. «Wir haben es konservativ versucht, das war auch der richtige Weg. Weil die Schmerzen aber nicht abklingen, komme ich um eine OP nicht mehr herum», sagte Hübner.

Wie schon gegen Ulm wird also Schindler an der Seite von Asger Sörensen gegen Fortuna Düsseldorf um den neuen Trainer Christian Preußer am Samstag (13.00 Uhr) die Innenverteidigung bilden. In der Hinterhand hat der FCN nur noch die Eigengewächse Noel Knothe und Mario Suver. Einen externen Ersatz für Hübner soll es nicht geben.

FCN gegen Düsseldorf: Prüfstein für den Club?

So wie Schindler bei seinem Zweitligadebüt für den «Club» unter besonderer Beobachtung stehen wird, gilt das natürlich auch für die ganze Mannschaft. Denn die Nürnberger warten nach ihren ersten beiden Partien gegen den FC Erzgebirge Aue (0:0) und den SC Paderborn (2:2) auf ihren erster Dreier der Saison 2021/22.

Ist Düsseldorf daher so etwas wie ein Prüfstein? «Das kann man vom Namen her vielleicht so sehen», sagte Klauß. «Ich sehe das aber völlig pragmatisch und rational, weil die Mannschaften in dieser Liga so eng beinander sind, dass ich nach den ersten Spielen noch überhaupt nicht ausmachen kann, wer sich wo einordnen wird. Wer ist wie stark? Das ist sehr schwer vorherzusehen.»

Bei Schindler wird die Frage nun lauten: Wie hat er seinen 90-Minuten-Auftritt gegen Ulm verarbeitet? Und kann er körperlich problemlos gegen Düsseldorfs Topstürmer Rouwen Hennings durchhalten?