Nürnberg
1. FC Nürnberg

FCN: Das sind die Kandidaten für den Club-Aufsichtsrat

Am Sonntag, 11. Oktober 2015, findet in der Nürnberger Frankenhalle die Mitgliederversammlung des 1. FC Nürnberg statt. Zwölf Kandidaten stellen sich dort zur Wahl von vier Plätzen im Aufsichtsrat. Im Artikel stellt inFranken.de die Kandidaten vor.
Foto: Daniel Karmann/dpa
Foto: Daniel Karmann/dpa
Die reguläre Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder Ulrich Maly, Günther Koch sowie des vor kurzem verstorbenen Peter Schmitt endet mit der Mitgliederversammlung 2015, wodurch die Neuwahl von drei Aufsichtsratsmitgliedern für eine Amtszeit von drei Jahren erfolgen wird.

Zudem ist für die verbleibende Amtszeit von zwei Jahren ein weiteres Mitglied in den Aufsichtsrat zu wählen, da Mathias Zeck, Vorstands-Chef des FC Eintracht Bamberg, im Juli sein Amt vorzeitig niedergelegt hatte. Mit Andreas Bletschacher, Christian Ehrenberg, Stefan Geppert, Günter Koch, Peter Lechner, Ulrich Maly, Marc Oechler, Thomas Pemsel, Hanns-Thomas Schamel, Christian Silberhorn, Marcus Spath und Walter Stadelmeyer stellen sich zwölf Kandidaten zur Wahl beziehungsweise Wiederwahl in den Aufsichtsrat des 1. FC Nürnberg.


Hier die Kandidaten im Überblick

Andreas Bletschacher, Steuerberater: Er will sich vor allem um das Scouting und die Nachwuchsarbeit beim FCN kümmern. "Gerade in solch einer Krisensituation ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, dem Verein meine Unterstützung anzubieten", erklärt er zu seiner Kandidatur. Zu seinen Kompetenzen meint er: "Mit dem Fußball beschäftige ich mich seit Jahrzehnten intensiv und schaue dabei über den Tellerrand hinaus. Meine größte Leidenschaft ist vor allem die Nachwuchsarbeit des 1. FC Nürnberg. Auf der Jahreshauptversammlung werde ich einen Lösungsansatz für die Optimierung unserer Nachwuchsarbeit präsentieren."

Christian Ehrenberg, Kaufmann im Musik- und Medienbereich: Seit 1983 ist er überzeugter Fan des Clubs, war bereits Mitglied des Aufsichtsrates. Jetzt strebt er wieder eine Wahl an: "Ich glaube, dass der Verein hier, nicht zuletzt auch durch meine an der S04 Sportakademie erworbenen Fähigkeiten, profitieren kann. Seine Stärken? "Erfahrung in der Gremienarbeit, Sachlichkeit, Teamfähigkeit, ein stetig wachsendes Netzwerk und die nach wie vor große Freude auch den Mitgliedern und Fans des Vereins Rede und Antwort zu stehen", so der Kulmbacher.

Stefan Geppert, Qualitätsmanager aus Neustadt a.d. Waldnaab: Er will sich dafür einsetzen, die traditionsreiche Marke 1. FCN wieder im Bewusstsein der Fußballanhänger zu verankern. "Mithilfe einer professionellen Außendarstellung sollte es möglich sein, neue Sponsoren aus der Wirtschaft zu gewinnen, um die finanzielle Basis zu verbreitern", fordert der zweifache Familienvater. Er möchte helfen, ein langfristig tragfähiges Konzept für die wirtschaftliche und sportliche Perspektive zu erarbeiten.

Günther Koch, Journalist aus Nürnberg: Für den früheren Kult-Rundfunkreporter bedeutet Aufsichtsrat keine Position, sondern tägliche Bereitschaft für den FCN. Koch möchte auch weiterhin unbeirrt für den Club ins Feuer gehen. Er ergänzt: "Ich konnte Wichtiges mit auf den Weg bringen, aber noch längst nicht alles." Koch über seine Motivation: "Aufgrund meiner bunten Berufs- und Lebenserfahrung sowie großer Unabhängigkeit kann ich weiter unverdrossen für unseren FCN werben und intern kämpfen."

Peter Lechner, Unternehmer aus Großenseebach: Er geht mit dem Club kritisch ins Gericht: "Sportliche Misserfolge, eine undurchsichtige Geschäftsführung und die Außendarstellung waren für mich zuletzt unerträglich. Aber ich hatte Ideen, die ich immer wieder vor Wirtschaftsunternehmern vorstellte. Ich habe eine Vision und eine konkrete Vorstellung, wie ich meinem Club dienen kann." Lechner sagt über seine Kompetenzen: "In Wirtschaftskreisen werden meine analytischen Fähigkeiten geschätzt. Ich handle und verhandle manchmal unangenehm und erreiche stets meine Ziele. Mein Motto: nach der Analyse musst du auch aufzeigen, wie man es besser macht - für was war sonst die Analyse."

Ulrich Maly, Nürnberger Oberbürgermeister: Der passionierte Hobby-Läufer nennt den Club "ein wichtiges Aushängeschild für Stadt und Region". Eine Verschränkung mit der Stadtspitze scheint ihm daher sinnvoll. Welche Kompetenzen kann der seinem 1. FC Nürnberg bieten? "Nur die, die ich habe, also keine sportlichen", antwortet er da kurz und knapp.

Marc Oechler, früherer Profi-Spieler des FCN: Das Idol vieler Fans will seinen Verein wieder auf die Beine helfen und setzt auf Erfahrung: "Weil ich davon überzeugt bin, dass es für unseren Club nur positiv sein kann, wenn ich mich als ehemaliger Profisportler, der das Umfeld und den Verein sehr gut kennt, in diesem wichtigen Gremium engagiere." Seine Stärken sieht Oechler in der sportlichen Erfahrung im Profifußball sowie Bundesligageschäft, seiner kaufmännischen Erfahrung und Verbundenheit zum Club.

Thomas Pemsel, Bankangestellter und Diplom-Wirtschaftsingenieur: Der Gräfelfinger möchte nach Jahren der wirtschaftlichen Fehlentwicklung dem Verein helfen. Und wie? "Es liegt viel Potential brach, zahlreiche kaufmännische Herausforderungen sind zu lösen. Als Aufsichtsrat möchte ich hier unterstützen, um unseren Club auf eine wirtschaftlich gesunde Basis zu stellen, aber ohne seine unverwechselbare Identität zu verwässern", stellt er fest. Er wisse, wie man Finanzen saniert - "verbunden mit anschließendem Wachstum."

Hanns-Thomas Schamel, Meerrettich-Produzent aus Baiersdorf: "Nach dem von mir geforderten Neuanfang möchte ich meine 2010 begonnene Arbeit für den Club gerne fortsetzen. Und am großen Ziel mitarbeiten, den 1. FCN durch überzeugende Nachwuchsarbeit, sehenswerte Spielkultur, solide Finanzen und ertragreiches Marketing wieder zu einem etablierten Mitglied der Bundesliga zu machen", fordert er. Sein Motto? "Absolute Professionalität nach traditionellen Clubwerten ja - bedingungsloser Kommerz nein!" Der Unternehmer steht für eine nachhaltige Unternehmensführung mit entsprechendem Weitblick, strategisch-konzeptionelles Handeln, Erfahrungsschatz in Markenführung und Marketing, Solidität in Finanzfragen sowie "a bissla" Fußballsachverstand, wie er gesteht.

Christian Silberhorn, Gastro-Unternehmer aus Nürnberg: "Meine Motivation für einen Posten im Aufsichtsrat des 1 FC Nürnberg besteht darin: dass wieder gemeinschaftlich und zukunftsorientiert im Sinne des Vereins gearbeitet wird und die eigene Jugend mehr integriert wird", so der dreifache Familienvater. "Meine Stärke sehe ich darin, dass ich unternehmerisch und zukunftsorientiert denke und arbeite, um die gesteckten Ziele auch zu erreichen. Des Weiteren sehe ich meine Kompetenzen in der Organisation, Führung, Motivation und der Kontrolle."

Marcus Spath, Bank-Manager aus Zirndorf: Für ihn soll es mit dem Club endlich wieder aufwärts gehen: "Ich kandidiere, weil sich unser Club aktuell unter Wert verkauft und es nicht angehen kann, dass wir nur noch die vierte Kraft in Bayern sind. Wir haben die treuesten Fans und die größte Tradition in Deutschland. Außerdem ein großes Einzugsgebiet und finanzstarke Firmen in der Region. Also alle Möglichkeiten, um erfolgreich zu sein." Dank seiner jahrzehntelangen Bank-Erfahrung habe er in Sachen Finanzen sehr gute Kenntnisse und will diese nutzen, dass der Club auf eine gesunde, solide Basis gestellt wird und so wettbewerbsfähig bleibt."

Walter Stadelmeyer, Rechtsanwalt und Steuerberater aus Nürnberg: "Ich will nicht nur kommentieren, sondern in einer scheinbar wirtschaftlich schwierigen Situation auch Verantwortung übernehmen", sagt er selbstbewusst. Wesentlich sei, dass eine gesunde wirtschaftliche Basis vorhanden sein müsse, um auch eine positive sportliche Zukunft gestalten zu können. "Durch meinen beruflichen Hintergrund glaube ich, im wirtschaftlichen und juristischen Bereich über Kompetenzen zu verfügen. Als verantwortlicher Inhaber meiner Betriebe wohl auch in Hinblick auf Menschenführung, Motivation und kollegiales Zusammenarbeiten", so Stadelmeyer.