Während und nach der Auswärtspartie des 1. FC Nürnberg beim FC St. Pauli (1:1) am Montagabend wurde der Fußball phasenweise zur Nebensache: Wie die Hamburger Polizei am Dienstag mitteilte, wurde nach dem Spiel ein Polizist von vermeintlichen Anhängern des FC St. Pauli angegriffen und verletzt.


Aggressive Pauli-Anhänger halten Zivilbeamten für einen Club-Fan

Der 35-jährige Zivilbeamte wurde laut Polizei nach Spielende im Bereich Budapester Straße/Ecke Detlev-Bremer-Straße aus einer größeren Gruppe vermeintlicher Anhänger des FC St. Pauli heraus angepöbelt und bedrängt. Die Anhänger des Kiez-Klubs hielten den Zivilbeamten wohl irrtümlicherweise für einen Gästefan. Bevor die Situation eskalierte, gab sich der 35-Jährige als Polizeibeamter zu erkennen. Etwa zehn Personen aus der Gruppe ließen dennoch nicht von ihm ab. Dem Beamten gelang es zunächst, sich aus der bedrohlichen Situation zu entfernen. Allerdings verfolgte ihn die Personengruppe und versuchte, ihm den Fluchtweg zu versperren. Dabei erhielt er im Laufen aus der Gruppe heraus mehrere Fußtritte, geriet ins Straucheln und stürzte. Auf dem Boden liegend, wurde der Polizist aus der Gruppe heraus massiv geschlagen und getreten. Dabei wurden auch Tritte und Schläge gegen seinen Kopf ausgeführt. Die Täter ließen erst von dem Beamten ab, als sie von einer anderen Gruppe von St.Pauli-Anhängern lautstark dazu aufgefordert wurden.

Der 35-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht, konnte zwischenzeitlich zum Glück wieder entlassen werden.

Die Hamburger Polizei sucht nun nach Zeugen, die den Angriff beobachtet haben und/oder Hinweise zu den Tätern geben können. Diese werden gebeten, sich beim Hinweistelefon der Polizei Hamburg unter 040/4286-56789 zu melden. Das zuständige Landeskriminalamt hat die weiteren Ermittlungen übernommen.


Balljunge aus Nürnberger Block heraus beleidigt und bespuckt

Noch während der Partie soll es auch im Gästeblock zu unschönen Szenen gekommen sein. Offenbar weil sich ein Balljunge über den Führungstreffer der Hamburger gefreut hatte, wurde er aus dem Nürnberger Block so lange beleidigt und bespuckt, bis er aus seiner Ecke vor den Gäste-Fans abgezogen wurde. Zuerst hatte die "Bild" darüber berichtet. FCN-Vorstand Michael Meeske bestätigte: "Der Vorfall ist uns bekannt und wurde noch während des Spiels der Polizei gemeldet." Es soll sich um einen Einzeltäter handeln, der auch schon identifiziert worden sei. Die Ermittlungen laufen. "Der 1. FC Nürnberg distanziert sich von einer derartigen Verrohung der Sitten und unterstützt die strafrechtlichen Ermittlungen nach Kräften", sagte Meeske der "Bild". ak