Der neue Trainer Alois Schwartz strebt beim 1. FC Nürnberg ein erfolgreiches Heimdebüt in der 2. Fußball-Bundesliga an. "Ich freue mich riesig auf diese Premiere im Stadion", sagte Schwartz am Mittwoch vor seinem ersten Heimspiel mit den Franken. Der 49-Jährige hatte seinen Wechsel vom SV Sandhausen zum Ligakonkurrenten aus Nürnberg auch mit der Tradition und der Atmosphäre der Franken begründet.

Nach den spät verlorenen Punkten bei Aufsteiger Dresden (1:1) will der FCN am Freitag um 18.30 Uhr gegen den 1. FC Heidenheim den ersten Dreier einfahren. "Sie sind sehr robust, schalten gut um und haben sehr gute Standards", lobte der Nürnberger Trainer den Gegner. Schwartz prognostizierte "eine Geduldsaufgabe". Bereits im Vorjahr hatten die Nürnberger ihr erstes Heimspiel gegen Heidenheim bestritten und beim 3:2 den ersten Saisonsieg eingefahren.

Brecko zurück, Gislason fraglich

Der zuletzt angeschlagene Kapitän Miso Brecko ist am Mittwoch nach Knieproblemen wieder ins Training eingestiegen, berichtete Schwartz und kann gegen Heidenheim auflaufen.

Ob der 19 Jahre alte Lukas Mühl wie in Dresden erneut eine Chance im defensiven Mittelfeld bekommt, ist für Schwartz noch nicht klar: "Er hat es zwei Spiele hintereinander gut gemacht. Ob er am Freitag wieder spielt, lasse ich mir noch offen." Der Einsatz von Rurik Gislason ist nach einem Schlag auf die Achillessehne fraglich. Definitiv fehlen werden die Langzeitverletzten Patrick Erras (Reha nach Kreuzbandriss), Willi Evseev (Zehenbruch) und Patrick Rakovsky (Oberschenkelprellung).

Positiv äußerte sich Schwartz zu seinen Neuzugang Edgar Salli aus Kamerun: "Salli hat aufgeholt, ist bereits fitter geworden. Aber wir brauchen Geduld mit ihm und die haben wir auch."


Hovland denkt an Abschied

Unterdessen hat Innenverteidiger Nummer drei, Even Hovland, in der "Bild"-Zeitung seinen Unmut über die derzeitige Situation geäußert. Für den Norweger ist längst kein Platz mehr in der ersten Elf. Das Innenverteidigerpärchen Bulthuis/Margreitter funktioniert. Auch unter Schwartz' Regie hat sich das nicht geändert. Für Hovland bleibt nur die Bank. "Mit meiner erneuten Reservistenrolle kann ich mich nicht zufrieden geben. Wenn ich merke, dass man mit mir auch bis Ende August nicht mehr plant, dann muss ich mir natürlich meine Gedanken machen", sagte der 27-Jährige der "Bild". Es gehe ihm auch um seinen Platz in der norwegischen Nationalmannschaft. Spielt Hovland nicht im Verein, wird es auch im Nationalteam eng.

Schwartz äußerte sein Verständnis für Hovland - einen Abgang schließt der Coach nicht aus: "Wenn Even einen Wechselwunsch äußern sollte, kann man sich immer zusammensetzen."

Auch in der Personalie Sebastian Kerk ist offenbar das letzt Wort noch nicht gesprochen. Bei Aufsteiger Freiburg spielt der 22-Jährige, der letzte Saison an den FCN ausgeliehen war, keine Rolle. Der Club-Offensive stünde eine zusätzliche Alternative hingegen gut zu Gesicht, Vorstand Andreas Bornemann hat Kerk weiter auf dem Zettel. Problem: Nach Achillesshenenproblemen ist Kerk noch nicht wieder fit. "Wir informieren uns regelmäßig über seinen Gesundheitszustand", sagte Bornemann. Doch wann der Offensivspieler voll belastbar wäre, ist aktuell nicht absehbar. Der Club muss sich also entscheiden, ob man das Risiko eingehen will, Ablöse für einen Spieler zu zahlen, von dessen Fähigkeiten man zwar überzeugt ist, mit dem man aber nicht 100-prozentig planen kann.

ak/dpa/dob