Der 1. FC Nürnberg ist bekanntlich zu allerhand Unvorhersehbarem fähig. Die aktuelle Zweitliga-Saison macht keine Ausnahme. Finanzielle Auflagen, schlechter Start, dann mit einer Wahnsinnsserie ins Spitzentrio gestürmt. Jetzt zwei Niederlagen, Direktaufstieg futsch. Und dann noch schlechte Nachrichten: Trikotsponsor Markus Wolf steigt aus und die DFL hat die Zweitliga-Lizenz an massive Auflagen gebunden.

Da hat Trainer René Weiler zu tun, das von der Mannschaft fernzuhalten vor dem Heimspiel am Samstag um 13 Uhr gegen den Tabellensechsten Union Berlin. Ein Sieg muss her, um den Relegationsplatz gegen den sieben Punkte und 17 Tore zurückliegenden FC St. Pauli, der in zwei Wochen zu Gast ist, zu zementieren. "Die Mannschaft ist gut drauf, wir dürfen uns nicht an Niederlagen gewöhnen", ist Weiler optimistisch.

Auch wenn die Berliner drei der letzten vier Partien gewonnen haben. Gegen den Club ist Union jedoch bis dato sieglos. Fehlen wird neben Rotsünder Dave Bulthuis der gelbgesperrte Danny Blum. Dafür ist Tim Leibold zurück. Der Verteidiger mit den zehn Gelben fordert: "Wir brauchen einen klaren Kopf." Auf den 22-Jährigen könnte im Relegationsfall eine pikante Aufgabe warten: der VfB Stuttgart, sein Jugend-Verein.

Dass der Bundesliga-Aufstieg noch in der Schwebe liegt, ist nicht gut für den Club. Denn bei der Lizenzvergabe durch die DFL wurden die Nürnberger auf Zweitliga-Tauglichkeit geprüft. Es gab grünes Licht, doch müssen die Verantwortlichen in der ersten Mai-Woche Risikopuffer nachweisen, also garantierte Kreditrichtlinien oder Bürgschaften. Die zum 30. Juni 2015 vorliegenden 3,2 Millionen Euro Schulden konnten durch die Stark- und Schöpf-Transfers nicht ausreichend reduziert werden, jüngst kassierte der FCN eine sechsstellige Strafe für das Nichteinhalten einer DFL-Auflage. Ironie des Schicksals: Für die Erste Liga fielen neue Auflagen weg, doch der Stichtag liegt vor der Relegation. Heißt: In Liga zwei droht der personelle Ausverkauf. Finanzvorstand Michael Meeske räumt ein: "Wir befinden uns immer noch in einer Schieflage."

Und dann steht der Club auch noch fürs Erste ohne Trikot-Sponsor da. Denn Markus Wolf, Inhaber des Schweinfurter Unternehmens "Wolf Möbel" verkündete seinen Ausstieg. Wolf: "Für mich als mittelständischen Unternehmer wäre ein drittes Jahr sinnlos. Das erste war Aha-Effekt, das zweite Nachhaltigkeit." Er bleibt aber noch drei Jahre Exklusiv-Partner.


Geld für Gündogan?

Kleiner Hoffnungsschimmer: Sollte der Ex-Nürnberger Ilkay Gündogan von Dortmund zu Manchester City wechseln, gäbe es einen Transfer-Nachschlag von rund zwei Millionen Euro. Immerhin. Michael Bauer