Entsetzen in Nürnberg: Ausgerechnet gegen den bis dato auswärts sieglosen Tabellenletzten MSV Duisburg hat der 1. FC Nürnberg im Aufstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga böse gepatzt. Nach der Erfolgsserie von 18 Spielen ohne Niederlage verlor der "Club" am Sonntag mit 1:2 (0:1) und muss sich darauf einstellen, im Dreikampf mit dem SC Freiburg und RB Leipzig als Tabellendritter in die Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga zu müssen.

Vor 40 169 Zuschauern sorgten Kevin Wolze (19. Minute) und Steffen Bohl für den überraschenden Duisburger Erfolg. Für die erstmals in dieser Saison im eigenen Stadion besiegten Nürnberger konnte Tim Leibold in der 62. Minute nur noch verkürzen. In der hektischen Schlussphase flogen gleich zwei Nürnberger vom Platz; erst sah Leibold Gelb-Rot (89.), dann Dave Bulthuis Rot (90.+4).

Sollte Leipzig am Montagabend in Düsseldorf gewinnen, hätte der "Club" fünf Spieltage vor Saisonende auf die Sachsen ebenso sechs Punkte Rückstand wie auf Spitzenreiter SC Freiburg. Es wäre eine Vorentscheidung im Kampf um die zwei direkten Aufstiegsplätze.

Das 50. Zweitligaspiel von Nürnbergs Trainer René Weiler verlief nicht nach Wunsch des Schweizers. Der Tabellenletzte aus Duisburg wehrte die statischen Offensivbemühungen des Gastgebers gut ab. Zudem setzte der Abstiegskandidat offensiv viele Nadelstiche. Wolze prüfte FCN-Torwart Patrick Rakovsky mit einem Distanzschuss (19.).

Danach erarbeitete sich der "Club" erste Möglichkeiten. Dave Bulthuis kam nach einer Ecke zum Kopfball (23.). Niclas Füllkrug scheiterte nach einem Sololauf am guten MSV-Schlussmann Michael Ratajczak (30.). Fünf Minuten später folgte der erste Schock für den FCN: Wolze traf nach einer schlechten Abwehraktion mit einem abgefälschten und aufsetzenden Schuss, bei dem auch Rakovsky keine gute Figur machte.

Natürlich erhöhte der "Club" nach der Pause den Druck. Zunächst hatte er aber Glück, dass Giorgi Chanturia einen Duisburger Konter mit einem zu schachen Schuss abschloss (52.). Weiler ging ins Risiko, brachte mit Danny Blum einen zusätzlichen Angreifer (56.). Es folgte aber Schock Numemr zwei: MSV-Kapitän Bohl nutzte eine weitere Konfusion in der Nürnberger Abwehr zum zweiten Gästetor.

Was nun? Zurückschlagen sagte sich Tim Leibold, der im Anschluss an eine Ecke aus der Distanz draufhielt und zum 1:2 traf. Der "Club" wollte nachlegen. Füllkrug traf den Pfosten (66.), die Uhr tickte. Leibold und Bulthuis zeigten Nerven, Ratajczak hielt Duisburgs Sieg gegen am Ende nur noch neun Nürnberger Akteure fest.