Der 1. FC Nürnberg hat den erstmaligen Sprung auf einen direkten Aufstiegsplatz in der 2. Fußball-Bundesliga verpasst. Nach sechs Siegen nacheinander mussten sich der Club zum Abschluss des 21. Spieltages am Montagabend mit einem am Ende gerechten 1:1 (0:0) gegen den VfL Bochum begnügen.

Ein Punkt gewonnen oder zwei verloren, könnte man nun fragen. Dem verpassten Sprung auf einen direkten Aufstiegsplatz in der 2. Fußball-Bundesliga trauert beim 1. FC Nürnberg niemand wirklich nach. Vielmehr freut man sich beim FCN über einen weiteren Zähler im harten Aufstiegsrennen. "Wir haben aus meiner Sicht einen Punkt gewonnen und nicht zwei verloren. Durch das Unentschieden haben wir Bochum auf Distanz gehalten", bilanzierte Club-Torschütze Patrick Erras nach dem am Ende leistungsgerechten Unentschieden.
"Es war eine hartumkämpfte Partie", sagte FCN-Akteur Tim Leibold. "Im Endeffekt müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein. Wir wollten nicht verlieren, es ist ein Punktgewinn für uns."

Vor 24.355 Zuschauern hatte Marco Terrazzino (66. Minute) die Gäste um den früheren FCN-Trainer Gertjan Verbeek in Führung gebracht. Nach einem Eckball von Sebastian Kerk rettete Erras (75.) mit einem Kopfball die Nürnberger Serie von nun elf ungeschlagenen Partien.


Verpasste Chance zur Führung ärgert Erras

Der 21 Jahre alte Mittelfeldspieler hatte in einer unterhaltsamen zweiten Hälfte zwei Minuten nach dem Ausgleich sogar noch die Chance zum Siegtreffer vergeben. "Das ärgert mich", räumte Erras ein.

Ein Topspiel sahen die Zuschauer in der ersten Hälfte nicht. Beide Mannschaften neutralisierten sich förmlich. "Das war eine richtige Abnutzungsschlacht", analysierte Nürnbergs Hanno Behrens. Der Rückstand habe für den FCN dann wie eine Art "Weckruf" gewirkt.

Nach dem Ausgleich war "das Momentum" auf der Seite seines Teams, sagte Weiler. "Wir haben zwei, drei wirklich gute Chancen liegen lassen." So ein Duell gegen eine starke Mannschaft wie den VfL sei aber eben auch "keine Spaßveranstaltung".

Nach sechs Siegen nacheinander mussten sich die Nürnberger also mit einem Punkt begnügen. Die Serie von nun elf ungeschlagenen Partien hat aber Bestand. Einige Bochumer haderten indes mit dem Remis. "Wir waren vorne brandgefährlich und hatten das Spiel unter Kontrolle", erklärte Terrazzino. Trotz der druckvollen Nürnberger Schlussphase "haben wir zwei Punkte verloren", fand er.

Bochums Trainer Gertjan Verbeek konnte mit dem Auswärtspunkt gut leben. "Sie sind kopfballstark, physisch stark, stark in der Balleroberung", lobte der Niederländer sein früheres Team. "Ich glaube, beide Mannschaften bekommen, was sie verdienen."


Weitere ausführliche Stimmen zum Spiel

René Weiler: "In der ersten Halbzeit war das Spiel für den neutralen Zuschauer wahrscheinlich nicht so interessant, wie für uns Trainer. Wir haben Bochum nicht spielen lassen, hatten sie gut im Griff, kamen aber selbst nicht zu vielen Abschlüssen in der ersten Halbzeit. Das erste Tor kann in so einer Partie entscheidend sein, deshalb war ich froh, dass wir schnell ausgeglichen haben. Direkt nach dem Ausgleich hatten wir dann nochmal Glück, aber später auch noch zwei, drei große Chancen, die wir nicht genutzt haben. Wir mussten bis zum Schluss auf der Hut sein. Wir hätten gerne gewonnen, aber ein guter Gegner hat uns heute nichts geschenkt. Deshalb nehmen wir den einen Punkt mit."

Gertjan Verbeek (VfL Bochum): "Die Art und Weise, wie wir gespielt haben, fand ich gut. Wir haben kämpferisch agiert und aggressiv dagegen gehalten. Wir haben wenig Chancen weggegeben und sind selbst ab und zu durch gutes Umschaltsspiel gefährlich geworden. So ist auch das Tor entstanden. Ich hatte gehofft, dass das reicht. Aber der Club ist eine kopfballstarke und physisch starke Mannschaft. Für uns ist es schade, dass das 1:1 gefallen ist. Aber am Ende haben beide Mannschaften das bekommen, was sie sich verdient haben."

Tim Leibold: "Es war eine hart umkämpfte Partie, in der Bochum aus meiner Sicht etwas überraschend in Führung ging. Von uns war es bis dorthin zu wenig. Deshalb müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein. Uns hat heute im Passspiel die Genauigkeit gefehlt, aber durch das 0:1 sind wir wach geworden und haben uns den Punkt noch erarbeitet."

Hanno Behrens: "Es war ein sehr intensives Spiel. Bochum stand hinten gut und hat seine Konter clever ausgespielt. Wir sind dann nach dem Rückstand gut zurück gekommen und hatten danach noch etliche Chancen. Aber Bochums Torhüter hat gut gehalten. Nach sechs Siegen in Folge können wir mit dem Punkt auch leben. Wir wollen aber in Düsseldorf wieder gewinnen."

Patrick Erras: "Bochum hat stark gespielt, beide Teams haben sich nichts geschenkt. Das Match hat Spaß gemacht. Wir haben aus meiner Sicht einen Punkt gewonnen und nicht zwei verloren. Durch das Unentschieden haben wir Bochum auf Distanz gehalten. Ich bin froh, dass ich der Mannschaft mit meinem Tor erneut helfen konnte. Die Chance, die ich kurz danach vergeben habe, ärgert mich aber. Letztendlich haben wir an diesem Spieltag etwas Zählbares mitgenommen. Unsere Serie ohne Niederlage kann gerne so weitergehen."