Beim ekstatischen Torjubel kam Coach René Weiler ins Straucheln - seine Nürnberger ließen sich im Aufstiegsrennen zur Fußball-Bundesliga von Tabellenführer RB Leipzig nicht aufhalten. Charakterstark rang der "Club" am Sonntag die Gäste im Topspiel mit 3:1 (0:0) nieder und ist nur drei Zähler vom Spitzenplatz entfernt.

"Das fühlt sich richtig gut an", sagte Stürmer Guido Burgstaller, der nach den Toren von Ondrej Petrak (70. Minute) und Niclas Füllkrug (75.) in der Nachspielzeit alles klar machte (90.+4). Davie Selke hatte Leipzig vor 40 860 Zuschauern in Führung gebracht (52.).

"Uns kann man nie abschreiben", sagte Füllkrug nach der nächsten erfolgreichen Aufholjagd, durch die die Franken nicht nur ihre Erfolgsserie auf 17 Ligaspielen ohne Niederlage ausbauten. Zugleich vergrößerten sie auch den Vorsprung auf Platz vier auf beruhigende acht Punkte - dem 2:2 von Erzrivale Fürth in Bochum sei Dank.

In den verbleibenden sieben Saisonpartien dürfte der Dreikampf von Leipzig, Freiburg und Nürnberg im Fokus stehen. "Keiner da oben kann sich sicher fühlen", sagte Füllkrug. Der SC Freiburg kann mit einem Sieg im Montagsspiel die Spitze erobern. Gelingt das nicht, winkt nach der Länderspielpause sogar den Nürnberger der erste Rang.

Den Grundstein legte der "Club" gegen grippegeschwächte Leipziger. "Wenn man die 90 Minuten betrachtet, sind wir der absolut verdiente Sieger", resümierte Burgstaller. "Wir stehen kompakt und sind nach vorne immer gefährlich."

Vor der Pause konnte die Weiler-Elf aber ebenso wie RB kaum Torgefahr entfalten. Sebastian Kerk hatte die beiden besten Chancen: Zunächst lenkte Torwart Peter Gulacsi einen wuchtigen Freistoß über die Latte lenken (33.). Dann verzog Kerk nach Zuspiel von Burgstaller (34.).

Nach der Pause folgte der Schreck: Nach einem Steilpass stürmte Yussuf Poulsen allein in den Strafraum, legte quer, und Selke schob problemlos ein. Das 1:0 war schmeichelhaft, hatte doch der "Club" nur Augenblicke zuvor die große Chance auf das erste Tor. Nach einem Konter zögerte Derby-Held Füllkrug vor dem Tor aber zu lange und ließ sich den Ball noch abluchsen (49.). "Da war ich wohl noch ein bisschen in der Halbzeit", räumte er selbstkritisch ein.

Schocken ließen sich die Clubberer vom Rückstand aber nicht und agierten weiter mutig nach vorne. Die Belohnung folgte in der 70. Minute nach einem Eckball von Kerk: Georg Margreitter legte die Kugel per Kopf an den Fünfmeterraum, und dort drosch Petrak den Ball mit Wucht in die Maschen. Der Tscheche war für den Patrick Erras nach dessen Saison-Aus wegen eines Kreuzbandrisses ins Team gerückt.

Mit dem Remis waren die Nürnberger nicht zufrieden und jubelten eine Viertelstunde vor Schluss. Diesmal ließ sich Füllkrug nicht mehr düpieren und verwertete eine Burgstaller-Vorlage zum neunten Saisontor. "Da steh' ich blank und hau' ihn einfach rein", sagte er.

Im Finish schien es Burgstaller spannend zu mögen, vergab er doch gleich zweimal Chancen für das dritte Tor allein vor Gulacsi. Die Leipziger, die ohne ihren grippekranken Kapitän Dominik Kaiser auskommen mussten, strahlten keine Gefahr mehr aus. Am Ende machte Nürnbergs Toptorjäger Burgstaller dann doch noch alles klar.