Nach sechs Spielen ohne Sieg gibt es wieder Grund zur Freude: Der 1. FC Nürnberg gewann am Montagabend gegen Eintracht Braunschweig. Mit einem 2:1-Sieg (1:0) holten sich die Franken drei Punkte.

In einer lange chancenarmen Partie nutzte Mittelfeldprofi Sebastian Kerk (33. Minute) die erste FCN-Gelegenheit direkt zum 1:0. Danach baute die Eintracht aber Druck auf. Nik Omladic sorgte acht Minuten nach Wiederanpfiff für den verdienten Ausgleich vor 21.561 Zuschauern. In der 84. Minute erzielte Nürnbergs Top-Scorer Guido Burgstaller schließlich den Siegtreffer.

Alle Bilder vom Spiel finden Sie hier.

Nürnberg ist neuer Tabellenachter, Sportvorstand Andreas Bornemann zeigte sich zufrieden. "Wir haben ein bisschen Glück gehabt, aber auch verdient gewonnen", sagte er. Braunschweigs Torschütze Omladic war bedient: "Wir haben zwei Fehler gemacht und zwei Gegentore gekriegt. Wir sind sehr sauer heute", klagte er. Niemals hätte man als Verlierer vom Platz gehen dürfen, monierte auch Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht mit Blick auf die Aussetzer seines Teams: "Wir haben ein Spiel verloren, das wir nie verlieren dürfen."

Die zwischenzeitliche Unkonzentriertheit der Franken nutzen die Gäste zwischenzeitlich. Der von FCN-Coach Rene Weiler ins Tor rotierte Raphael Schäfer agierte wenig souverän und patzte mehrmals. Einen Schuss von Jan Hochscheidt (36.) ließ er abklatschen, Hendrick Zuck verwertete die Chance völlig freistehend jedoch nicht. Gerrit Holtmanns (60.) Schuss lenkte der Routinier beinahe ins eigene Tor.


Burgstaller sorgt für den Sieg

In einer recht ausgeglichenen Partie sorgte dann der eingewechselte Nürnberger Kevin Möhwald für die nächste Großchance. Seinen Fernschuss konnte Braunschweigs Keeper Rafal Gikiewicz gerade noch so an den Querbalken abwehren (64.). Wenig später lag Füllkrug der erneute Führungstreffer auf dem Fuß, er zog jedoch knapp am Tor vorbei. Nürnberg erhöhte den Druck kurz vor Schluss aber noch einmal, so dass Burgstaller für den verdienten Sieg sorgte.


Die Stimmen zum Spiel

René Weiler: "Fußball ist manchmal schizophren. Manchmal spielt man gut und gewinnt nicht. Heute haben wir nicht sehr gut gespielt, aber gewonnen. Es war ein mäßiges bis schlechtes Spiel von uns. Das hatte allerdings auch mit dem Gegner zu tun. Wir haben lange keinen Zugriff bekommen. Mit unserer ersten guten Aktion haben wir dann das 1:0 gemacht. Nach der Pause wollten wir anders rausgehen, hatten aber wieder Probleme. Nach der 60. Minute hatten wir unsere beste Phase. Letztlich haben wir den Sieg verdient, zwar nicht durch die Leistung heute, sondern durch die Auftritte in den letzten Wochen, bei denen wir nicht belohnt wurden. Wir haben zuhause schon lange nicht mehr verloren und sind nun auch schon einige Spiele in der Liga ungeschlagen. Das ist positiv und darauf lässt sich aufbauen."

Thorsten Lieberknecht (Eintracht Braunschweig): "Wir haben ein Spiel verloren, das wir nie hätten verlieren dürfen. Wir verlieren hier in Nürnberg wie in den letzten Jahren unglücklich. Das frustriert und tut weh. Wir hatten super Aktionen, der letzte Pass ist nur nicht angekommen. Wir hatten die Chance, das 2:1 zu machen. Die haben wir nicht genutzt. Wir brauchen um den Sechzehner mehr Ruhe und Präzision, das müssen wir in den nächsten Wochen besser machen. Im Grunde war es ein sehr gutes Auswärtsspiel, aber dafür können wir uns nichts kaufen."

Guido Burgstaller: "Es war heute kein gutes Spiel, auch von mir nicht. Deshalb bin ich mit der Partie auch nicht zufrieden. Aber: Wir haben gewonnen, das war wichtig. Braunschweig hat es in der ersten Halbzeit gut gemacht, uns kaum Platz gelassen und den Ball gut laufen lassen. Es war insgesamt ein ausgeglichenes Spiel, in dem wir heute das Quäntchen Glück auf unserer Seite hatten. Die Ecke zum 2:1 war einstudiert, umso schöner, wenn es funktioniert. Der Sieg gibt uns auf jeden Fall Selbstvertrauen."

Niclas Füllkrug: "Wir haben keine richtigen Mittel gegen Braunschweig gefunden. Mit ihrem ungewöhnlichen System hatten wir teilweise Schwierigkeiten. Sie haben sich aber auch schwer getan gegen unsere Defensive. Wir wollten die Serie brechen und haben das gut gemacht, waren aber heute wohl die glücklichere Mannschaft. Jetzt fahren wir mit einem guten Gefühl nach Hamburg."

Raphael Schäfer: "Wir haben heute kein schönes Spiel gezeigt, aber gut gekämpft. Manchmal absolviert man gute Partien und belohnt sich nicht, heute war es umgekehrt. Die Mannschaft entwickelt sich langsam. In der Liga kann viel passieren. Mit den vielen Unentschieden kommt man aber nicht weiter, umso wichtig war es, heute die drei Punkte einzufahren."