Die weltweit größte Spielwarenmesse hat am Mittwoch ihre Tore geöffnet und Händler wie Fachbesucher nach Nürnberg gelockt. Bereits am Morgen strömten Tausende Menschen in das vollständig ausgebuchte Messezentrum. "Es läuft gut an", resümierte Messe-Chef Ernst Kick zufrieden. Zwischen Rasseln, Puppen und Brettspielen suchen die Händler nach den künftigen Umsatzbringern - jetzt wird für das entscheidende Weihnachtsgeschäft geordert. Zugleich versuchen die knapp 2900 Hersteller, ihre Auftragsbücher zu füllen.

Spielwarenmesse 2015 in Nürnberg: Die Messe läuft gut an

Die Konkurrenz ist groß: In den kilometerlangen Regelreihen werden rund eine Million unterschiedlicher Spielsachen angeboten. Die Auswahl ist unüberschaubar, das Sortiment riesig: Vom Schnuffeltuch für Säuglinge über High-Tech-Hubschrauber für Teenager bis hin zu extra großen Kartenspielen für Senioren. Auch Modelleisenbahnen, Schulbedarf und Fastnachtskostüme nehmen teils ganze Hallen ein. Neben chinesischer Massenproduktion finden sich handgefertigte Unikate, schlichtes Spielzeug steht im gleichen Gang wie grell nach Aufmerksamkeit Schreiendes.

Wie in jedem Jahr sind die bewährten Klassiker in moderner Interpretation zu haben. Da jedoch rund die Hälfte des Geschäfts mit Neuheiten gemacht wird, ist die Branche immer auf der Suche nach aktuellen Trends. Drei davon haben die Veranstalter der Messe schon herausgefiltert: Zum einen die Themengebiete Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Zum anderen alles, was mit Kreativität und Gestalten zu tun hat. Und zu guter Letzt schlagen sich die neuesten technologischen Entwicklungen nieder - allerdings oft nur für Käufer, die über einen gut gefüllten Geldbeutel verfügen.

Um beim Verhandeln bessere Preise für seine Mitglieder erzielen zu können, baut der Spielzeug-Fachhandelsverband Vedes sein Großhandelsgeschäft massiv aus. Die Integrationskosten für den Anfang 2014 übernommenen Konkurrenten Hoffmann Spielwaren drückten ihn im vergangenen Jahr zunächst allerdings in die Verlustzone. Doch nicht für lange, versicherte Vorstandschef Thomas Märtz am Mittwoch auf der Spielwarenmesse. "Wir planen für 2015 schwarze Zahlen."

Die europaweit 1150 unter der Flagge Vedes und Spielzeug-Ring segelnden Händler steigerten ihre Erlöse im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent auf 579 Millionen Euro. Die deutschen Mitglieder verzeichneten dabei ein Plus von 3,4 Prozent auf 502 Millionen Euro. Alle zusammen profitierten zudem von Bonuszahlungen ihrer Kooperative in Höhe von 4,2 Millionen Euro (plus 3 Prozent zum Vorjahr).