"In den wenigen offenen Flusstälern hat der Mensch dort kaum Lebensraum für den Storch und eine mögliche Ansiedelung gelassen", beklagte LBV-Storchenbeauftragte Oda Wieding.

Für den Nachwuchs der bayerischen Weißstorch-Paare steht nun die erste große Reise gen Süden an - oft auch ohne die eigenen Eltern. Nur wenige Tage nach dem Flüggewerden löst sich bei Störchen nämlich der Familienverband zunehmend auf. "Wenn die Jungen gelernt haben, auch mit Windböen umzugehen und selbstständig Futter zu suchen, machen sie sich oft schon vor ihren Eltern auf die Reise und lassen sich dabei von vorbeiziehenden Störchen mitreißen", erklärte Wieding.

Der Zugtrieb ist angeboren. "Die genaue Reiseroute schauen sich die Jungstörche beim ersten Flug nach Afrika von erfahreneren Mitfliegern ab", sagte Wieding.
Auf dem Weg ins Winterquartier stellten jedoch Kläranlagen, Wassertürme, Müllplätze, Windräder und Straßen tödliche Fallen dar. "Wir hoffen, dass die Jungstörche die Gefahren überwinden und viele fit genug sind, in zwei bis drei Jahren in die Nähe ihrer bayerischen Brutplätze zurückkehren", sagte Wieding.