"In enger Abstimmung mit der Rummelsberger Diakonie startet das Krankenhaus Rummelsberg in Kürze eine Kanalbaumaßnahme. Die Maßnahme ist zwingend notwendig, da der bisherige Mischwasserkanal des Kanalisations-Zweckverband (KZV) Schwarzachgruppe unter dem künftigen Standort des Klinikneubaus verläuft und deshalb umverlegt werden muss", das erklärt das Krankenhaus Rummelsberg in einer Pressemitteilung. Damit eine grabenlose Verlegung möglich sei, haben sich die Verantwortlichen für das Microtunneling entschieden - in zehn Metern Tiefe.

Aktuell verlaufe der Kanal unter dem Verbindungsgang zwischen Wichernhaus und Laurentiushaus. Künftig werde der Kanal parallel zum Laurentiushaus verlaufen und an dessen Ende im 90-Grad-Winkel an der Grundstücksgrenze entlang Richtung Fröschau führen. Da für den zweiten Teil, von Laurentiushaus Richtung Fröschau, die Grundstücksgrenzen nicht eingehalten werden könnten und der Kanal somit außerhalb des Klinikgeländes verlaufe, musste die Maßnahme in enger Abstimmung mit der Rummelsberger Diakonie geplant werden.

Grabenlose Verlegung

Damit die Kanalumverlegung grabenlos möglich sei und so wenig Bäume wie möglich gerodet werden müssen, komme ein Microtunneling-Verfahren zum Einsatz. Beim Microtunneling handelt es sich um ein ferngesteuertes Rohrvortriebsverfahren zur grabenlosen Verlegung von Produktoder Mantelrohren.

Bei diesem Verfahren bewege sich die Vortriebsmaschine von einer Startbaugrube aus in Richtung der Zielbaugrube. Die erforderlichen Vortriebskräfte erzeuge eine in der Startgrube verspannte Presseinrichtung. Der Bohrkopf baue den Boden – angepasst an die Geologie und die Grundwasserverhältnisse an – vollflächig ab. Der abgebaute Boden werde im Bohrkopf zerkleinert und über eine Förderschnecke abtransportiert.

Baumaßnahme im April 2023 abgeschlossen

Derzeit werden die Baustellen eingerichtet und die massiven Spundwände für die Start- und Zielgrube angeliefert. Ab Mitte August wird die Baustraße zum Schacht hergestellt und anschließend die Startbaugrube ausgehoben.

Die Bohrungen (erster Teil) werden von Mitte September drei Wochen lang andauern. Nach der Umrüstung der Grube und der Bergung der Vortriebseinheit werde Mitte Oktober der zweite Teil gebohrt. Die eigentlichen Kanalarbeiten werden im November erfolgen, sodass zwei Drittel des Kanalbaus Ende des Jahres abgeschlossen seien. Laufe alles nach Plan, können die Arbeiten für den letzten Teil so weit vorbereitet werden, dass nach einer Winterpause (von Weihnachten bis Ende Februar) die finalen Kanalanschlussarbeiten stattfinden. Der Abschluss der Baumaßnahme sei für Mitte April 2023 anvisiert.