Wie mit Meldung 556 berichtet, sprach ein Unbekannter im Verlauf der letzten Wochen in verdächtiger Art und Weise zwei Kinder in Großschwarzenlohe und Röthenbach bei St. Wolfgang (Gemeinde Wendelstein / Lkrs. Roth) an. Aufgrund der jüngsten Ereignisse veranstaltete die Schwabacher Kriminalpolizei und die Beauftragte für Kriminalitätsopfer des Polizeipräsidiums Mittelfranken in Zusammenarbeit mit den Schulen des Marktes Wendelstein einen Informationsabend für Eltern.

Der Informationsabend fand am Montag (09.05.2022) ab 19:00 Uhr in der Waldhalle in Großschwarzenlohe statt. Auf Einladung der Schulleitungen aller Grundschulen des Marktes Wendelstein und der Schwabacher Kriminalpolizei nahmen mehr als 300 Eltern an der Veranstaltung teil.

Kriminalhauptkommissarin Sabine Lauterbach des für Sexualdelikte zuständigen Fachkommissariats der Schwabacher Kriminalpolizei, erläuterte zunächst die Tathandlungen der beiden verifizierten Fälle und wiederholte zudem die Personenbeschreibung des unbekannten Mannes.

Weiterhin skizzierte KHKin Lauterbach die bisher getroffenen sowie die weiter fortlaufenden polizeilichen Maßnahmen zur Klärung des Sachverhalts und sorgte hierbei für höchste Transparenz für die kriminalpolizeiliche Ermittlungsarbeit bei den Zuhörern.

Die Sorgen der Eltern nehmen die Ermittler sehr ernst, weshalb dieses Ermittlungsverfahren derzeit höchste Priorität innerhalb der Schwabacher Polizei genieße.

Gleichwohl erläuterte KHKin Lauterbach, dass nach bisherigem Ermittlungsstand beide Vorfälle nicht in Verbindung mit einer Person zu bringen sind, vor der durch privat erstellte Flugblätter unter anderem in sozialen Netzwerken im Raum Wendelstein gewarnt und dessen Wohnhaus unlängst von Unbekannten in bedrohlicher Weise aufgesucht wurde. In diesem Zusammenhang wurde eindringlich auf die mögliche Strafbarkeit solcher privaten Initiativen hingewiesen.

Im weiteren Verlauf des Abends hielt die Beauftragte für Kriminalitätsopfer des Polizeipräsidiums Mittelfranken, Erste Kriminalhauptkommissarin Heike Krämer, einen ausführlichen Präventionsvortrag zum Thema "Sexueller Missbrauch von Kindern". In diesem Rahmen wurden auch grundsätzliche Verhaltenstipps für Eltern, Lehrer, Erzieher und Kinder in Form von Informationsmaterial an die Anwesenden ausgegeben.

Die Schwabacher Kriminalpolizei führt die weiteren Ermittlungen, in dessen Zusammenhang umfangreiche Schulwegüberwachungen der Polizeiinspektion Schwabach einhergehen.

Der unbekannte Mann, welcher die beiden Kinder ansprach, wird wie folgt beschrieben:

Circa 50 - 60 Jahre alt, ca. 175 cm - 180 cm groß, normale Gestalt, kurze graue Haare. Der Mann war in beiden Fällen mit einer kurzen, schwarzen Lederjacke bekleidet.

Der Unbekannte war mit einem roten Pkw, vermutlich Kastenwagen (ähnlich VW Caddy) unterwegs. Ein Kennzeichen ist nicht bekannt.

Personen, die sachdienliche Hinweise im Zusammenhang mit den beiden Vorfällen geben können, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0911 2112-3333 mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

Die Polizei nimmt die Besorgnis der Bürger ernst und gibt folgende Verhaltenshinweise:

Allgemein:

- Nehmen sie sich regelmäßig Zeit, um mit Ihrem Kind über seine Erlebnisse und Sorgen zu sprechen. Vermitteln Sie Ihrem Kind das Gefühl, dass es Ihnen alles erzählen kann.

- Üben Sie mit Ihrem Kind im Alltag, wie es sich in bedrohlichen Situationen verhalten soll, damit es im Notfall richtig reagieren kann. Ein Selbstbehauptungskurs für Kinder kann hier hilfreich sein.

- Machen Sie Ihrem Kind keine Angst. Panik ist in jeglicher Hinsicht ein schlechter Begleiter.

Im Akutfall:

- Wenn Ihr Kind von einem Vorfall berichtet, bemühen Sie sich zunächst, Ruhe zu bewahren. Hören Sie Ihrem Kind aufmerksam zu und nehmen Sie es ernst.

- Verständigen Sie in Akutsituationen sofort über Notruf 110 die Polizei.

- Nehmen Sie Abstand vor eigenhändigen "Fahndungsaufrufen" in sozialen Netzwerken, Chatgruppen etc. Hier haben Sie weder den Verbreitungsgrad noch den Inhalt weiterer Verbreitungsnachrichten in der Hand.

Zur Vorbeugung:

- Besprechen Sie mit Ihrem Kind, wo es sich gegebenenfalls auf dem Schulweg/Spielplatz Hilfe holen kann (Geschäfte, Klingeln an einer Haustüre, stark frequentierte Straßen etc.).

- Schicken Sie Ihr Kind wenn möglich in kleinen Gruppen zusammen mit anderen Kindern zur Schule oder zum Spielplatz.

- Beschriften Sie Kleidungsstücke oder die Schultasche nicht von außen sichtbar mit dem Namen. Spricht ein Fremder das Kind mit Vornamen an, wird eine Vertrauensbasis suggeriert.

- Kinder sollen lernen, Distanz zu Fahrzeugen zu halten, wenn sie angesprochen werden.

- Kinder müssen wissen, dass Sie Aufforderungen oder Bitten von fremden Erwachsenen immer ablehnen dürfen ohne dass dies unhöflich ist.

- Kinder sollten im Alltag Respekt und Selbstvertrauen erfahren, um Selbstbewusstsein entwickeln zu können. Täter sprechen bevorzugt unsicher wirkende Kinder an. Selbstbewusstsein ist daher ein wirksamer Schutz.

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