Am Vormittag klingelte unverhofft das Telefon der älteren Frau. Es meldete sich ein angeblicher Christian Schmidt vom Raubdezernat K4. Der Betrüger tischte der überrumpelten Geschädigten dann eine häufig genutzte Lügengeschichte auf: angeblich würde ihr Name auf einer Liste für mögliche Einbrüche stehen. Ihr Bargeld wäre akut in Gefahr und müsste gesichert werden. Die Polizei könne die Wertgegenstände der Frau in Obhut nehmen, bis die Einbruchsgefahr gebannt wäre.

Die Frau ließ sich durch den rhetorisch geschickten Unbekannten überzeugen. Kurz darauf übergab sie einem Unbekannten eine schwarze Geldtasche mit einem fünfstelligen Betrag. Um einen amtlichen Anschein zu wahren, nannte der Geldabholer sogar eine Nummer der Asservatenkammer, in welcher der Betrag verwahrt und für die Geschädigte zurückgelegt würde.

Doch die Betrüger witterten mutmaßlich weitere Beute und dirigierten die Geschädigte zur Geldabholung zu ihrer Hausbank. Um ständig die Kontrolle über die Frau zu behalten, musste sie ihr Mobiltelefon ohne aufzulegen mit sich führen. Dies wäre zu ihrem Schutz nötig, da der Bankmitarbeiter in die kriminellen Taten involviert wäre.

Allerdings schöpfte der Angestellte in der Bank Verdacht und versuchte die Frau davon zu überzeugen, Abstand von weiteren Geldübergaben zu nehmen. Nun war die Frau vollends verunsichert und wusste nicht mehr, wem sie noch glauben konnte - dem angeblichen Polizeibeamten am Telefon, oder dem Bankmitarbeiter. Verzweifelt suchte sie einen Angehörigen auf, der wiederum die echte Polizei alarmierte.

Den Geldabholer beschrieb die Frau folgendermaßen:

- männlich - ca. 180 - 185 cm groß - schlank - trug eine schwarze Wollmütze, eine schwarze Regenjacke, eine dunkle Hose sowie eine schwarze Mund-Nasenbedeckung.

Das zuständige Fachkommissariat der Nürnberger Kriminalpolizei hat nun die Ermittlungen in der Sache übernommen. Gesucht werden Zeugen, die am Mittwoch, 12.05.2021, gegen 11:00 Uhr eine verdächtige Person in der Nähe der Gertrudstraße bemerkt haben. Ein Augenmerk liegt auf einem Mann mit FFP2-Maske, der möglicherweise ohne ersichtlichen Grund eine längere Zeit auf etwas gewartet und dabei ständig telefoniert hat.

Die Kriminalpolizei bittet Zeugen, die verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, sich mit dem Kriminaldauerdienst (KDD) Mittelfranken unter der Telefonnummer 0911/2112-3333 in Verbindung zu setzen.

Zur Betrugsmasche "falsche Polizeibeamte" hat das Polizeipräsidium Mittelfranken einen Videoclip erstellt. Dieser zeigt, wie die Täter vorgehen und erklärt auch, wie sich potentielle Opfer vor Betrug schützen können:

https://fb.watch/1ZK3hM3Ygi

Die Polizei bittet Angehörige und Nachbarn potentieller Opfer:

Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen / Nachbarn über die Betrugsmaschen.

Bieten Sie Ihre Hilfe bei der Löschung der Rufnummer aus dem Telefonbuch an - oft genügt hierzu eine Verständigung des jeweiligen Telefonanbieters.

Überprüfen Sie selbst, ob die Rufnummer im Internet noch in Verzeichnisdiensten zu finden ist (z.B. über eine Suche nach der Nummer in einer Suchmaschine). Die Löschung der Rufnummer aus diesen Verzeichnissen ist oft mit einer kurzen Kontaktaufnahme mit der jeweiligen Firma möglich.

Wenn Sie die Telefonnummer aus dem Telefonbuch und Internetverzeichnissen löschen wollen, dann schieben Sie dieses Thema nicht auf die lange Bank.

Entsprechend den Erkenntnissen der Polizei nutzen die Betrüger gezielt Telefonbücher und Internetverzeichnisse, um an die Rufnummern potentieller Geschädigter zu gelangen.

Stefan Bauer / tb

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