Durch eine geschickte Gesprächsführung gelang es einer unbekannten Anruferin ihrem Opfer den Namen ihrer Enkelin preiszugeben und sich anschließend als diese selbst auszugeben. Sie konfrontierte die Seniorin damit, dass sie angeblich einen Autounfall verschuldet hätte. Um den hohen Schaden schnell zu bezahlen, bräuchte sie mehrere zehntausend Euro. Aufgrund der vorgetäuschten unangenehmen Situation bat sie die angerufene "Großmutter" um Stillschweigen gegenüber den anderen Verwandten.

Die Frau aus Feucht ließ sich von der Dringlichkeit der Sache überzeugen und fuhr sofort zur Bank. Dort hob sie mehrere zehntausend Euro von ihrem Konto ab. Das Geld händigte sie am Abend gegen 21:00 Uhr einer Geldbotin aus, die von der angeblichen Enkelin angekündigt worden war.

Um die Geschädigte nach der Geldübergabe in Sicherheit zu wiegen, rief ein anderes Mitglied der Betrügerbande bei ihr an und gab sich als Bankangestellte aus. Angeblich wäre das ausgehändigte Geld bereits durch die Enkelin zurücküberwiesen worden und würde am Folgetag auf ihrem Bankkonto gutgeschrieben.

Erst einige Zeit später kamen der Frau Zweifel und sie rief ihre "echte" Enkelin an.

Das mittelfränkische Fachkommissariat für Trickbetrug bei der Nürnberger Kriminalpolizei sucht nun Zeugen, die Angaben zur Geldabholerin oder anderen verdächtigen Wahrnehmungen machen können:

- Wer hat am Dienstag in der Lerchenstraße / Jahnstraße in Feucht verdächtige Personen bemerkt?

- Wer hat insbesondere eine unbekannte Frau gesehen, die gegen 21:00 Uhr in den genannten Straßen unterwegs war?

- Wer hat im Tatzeitraum in Feucht Fahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen bemerkt?

Die Beamten bitten Zeugen, die verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, sich beim Kriminaldauerdienst Mittelfranken unter der Telefonnummer 0911 2112 - 3333 zu melden.

PRÄVENTIONSHINWEISE

Angesichts der beschriebenen Fälle wird aktuell erneut vor Trickbetrügern gewarnt, die mit dem "Enkeltrick" unter immer wieder ähnelnder Vorgehensweise versuchen, Notlagen von Verwandten oder Bekannten vorzutäuschen und so Bargeld von älteren Menschen zu erlangen.

Die Polizei bittet Bankangestellte, ihre Kunden aktiv auf die Betrugsform hinzuweisen und beim Verdacht einer im Raum stehenden Straftat sofort die Polizei zu verständigen.

Zum Phänomen "Enkeltrick" und seiner zahlreichen Varianten gibt die Polizei der Bevölkerung folgende Verhaltenstipps:

- Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt.

- Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.

- Legen Sie den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert.

- Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Bekannter oder Verwandter ist: Rufen Sie die jeweilige Person unter der bisher bekannten und benutzten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen. Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

- Informieren Sie sofort die Polizei über die Notrufnummer 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt.

- Nutzen Sie die Möglichkeiten Ihrer Telefonanlage oder Ihres Telefonanbieters zum Sperren unliebsamer Anrufe (z.B. Verhinderung von Telefonaten aus dem Ausland).

- Wenn Ihre Telefonnummer nicht in öffentlichen Verzeichnissen stehen soll (z.B. dem Telefonbuch), dann lassen Sie die Nummer dort löschen.

- Seien Sie aufmerksam, wenn in Ihrer Nachbarschaft ältere Menschen leben. Sprechen Sie mit ihnen über dieses Phänomen.

Weitere Informationen zum Phänomen "Enkeltrick" können Sie auch dem Internetauftritt der Kriminalprävention des Bundes und der Länder entnehmen:

http:// www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/enkeltrick.html

Stefan Bauer/n

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