Der Stadtrat hat am heutigen Mittwoch, 21. Juli 2021, beschlossen, den Platz an der Liegnitzer Straße in Höhe der Schreiberhauer Straße – an dem der Mordanschlag auf Enver Simsek in Nürnberg passierte – als Enver-Simsek-Platz zu benennen. Die Enthüllung des Straßenschilds durch Oberbürgermeister Marcus König (CSU) ist für den 13. September 2021 im Zuge einer Gedenkveranstaltung vorgesehen. Das teilt die Stadt Nürnberg mit.

Oberbürgermeister Marcus König sagt: „Wir erfüllen damit einen ausgesprochenen Wunsch der Familie, die sich nach wie vor Nürnberg verbunden fühlt. Der Stadt Nürnberg und mir persönlich ist es wichtig, dass wir im Austausch mit den Familien und Hinterbliebenen bleiben und ihre Wünsche in unsere Gedenkarbeit einbeziehen. Das ist ein Teil unserer Verantwortung.“

Enver Simsek war das erste Mordopfer der rechtsextremen TerrorgruppeNationalsozialistischer Untergrund“ („NSU“), die in den Jahren 2000 bis 2007 zehn Menschen ermordet hat, darunter zwei weitere Männer in Nürnberg. Nürnbergs Wirtschafts- und Wissenschaftsreferent Dr. Michael Fraas sagt hierzu: „Die Platzbenennung nach Enver Simsek am Tatort in Nürnberg macht das Gedenken an seine Person als Opfer rechtsextremen Terrors unmittelbar sichtbar und hilft, die Erinnerung lebendig zu halten.“

Der am 4. Dezember 1961 in Salur (Provinz Isparta, Türkei) geborene Enver Simsek kam im Alter von 24 Jahren nach Deutschland. Er lebte mit seiner Frau und seinen zwei Kindern im hessischen Schlüchtern und  betrieb mehrere mobile Verkaufsstände für Blumen, darunter auch in  Nürnberg.

Am 9. September 2000 wurde Enver Simsek an der Ecke Liegnitzer Straße / Schreiberhauer Straße in Nürnberg von acht Schüssen aus zwei Pistolen lebensgefährlich getroffen, als er gerade in seinem Lieferwagen Blumen sortierte. Am 11. September 2000 erlag er im Klinikum NürnbergSüd seinen Verletzungen.