Eine rechtsextremistische Fränkin aus dem Landkreis Nürnberger Land soll einen Anschlag geplant haben. Mittlerweile sitzt sie in Untersuchungshaft.

Update vom 28. Januar 2021, 12.15 Uhr: Landrat sollte erschossen werden - Fränkin sitzt in U-Haft

Die fränkische Rechtsextremistin, die vom Generalbundesanwalt wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat angeklagt wurde, hatte nach Informationen des Magazins "Der Spiegel" vom Donnerstag (28. Januar 2021) Kontakte zu zwei verurteilten Helfern der Terrorzelle NSU. Den Informationen zufolge soll die 55-Jährige aus dem Landkreis Nürnberger Land in der sogenannten Gefangenenhilfe aktiv gewesen sein, bei der rechtsextreme Gesinnungsgenossen im Gefängnis betreut werden.

Dabei habe sie auch Kontakt zu den verurteilten NSU-Unterstützern Ralf Wohlleben und André E. Kontakt gehalten, als diese in Haft saßen, berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf Ermittler. Zudem soll sich die Frau bei der neonazistischen Partei "Der III. Weg" engagiert und Verbindungen zu deren Bundesvorsitzenden Klaus Armstroff unterhalten haben.

Die Rechtsextremistin erwartet ein Prozess vor dem Oberlandesgericht München. Der Generalbundesanwalt wirft ihr vor, Brandanschläge auf Amtsträger oder Muslime vorbereitet haben. Zudem soll sie anonyme Drohbriefe, teils mit scharfen Patronen verschickt haben. Adressaten seien eine islamische Gemeinde, ein Flüchtlingshilfeverein, ein Bürgermeister und ein Landrat gewesen, berichtet das Magazin.

In einem der Schreiben sei dem Landrat eine Erschießung auf dessen Terrasse angedroht worden - dieses Drohszenario erinnert an den Fall des von einem Rechtsextremisten getöteten Regierungspräsidenten von Kassel, Walter Lübcke.

Erstmeldung vom 27. Januar 2021, 12.00 Uhr: Rechtsextreme Fränkin soll Anschlag geplant haben

Eine Rechtsextremistin aus Franken soll einen Brandanschlag auf Amtsträger oder Muslime vorbereitet haben. Dafür habe sie im vergangenen Sommer Polizisten und einen fränkischen Mandatsträger als mögliche Opfer ausgespäht, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Mittwoch (27. Januar 2021) mitteilte, die in dem Fall bereits Anklage erhoben hat. Die Frau war im September festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Damals lag die Zuständigkeit aber noch bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, der Generalbundesanwalt hatte erst später übernommen.

Die Frau hatte sich den Angaben zufolge bereits Materialien für den Bau von Brandsätzen wie Benzin und Zündschnüre beschafft. Zwischen Dezember 2019 und März 2020 soll sie außerdem sechs anonyme Drohbriefe an verschiedene Empfänger verschickt haben, die "die ernsthafte Ankündigung von Tötungsdelikten" enthalten hätten. Der Prozess soll am Münchner Oberlandesgericht stattfinden.