Das städtische Hochbauamt hat von Juni 2019 bis Mai 2021 zeitgleich zwei Regionalkindergärten errichtet, berichtet die Stadt Nürnberg. Der Kindergarten in der Großreuther Straße 115c wird von der noris inklusion gGmbH und der in der Zugspitzstraße 175 vom Jugendamt der Stadt Nürnberg betrieben. Beide Einrichtungen sind bereits im Betrieb und bieten jeweils bis zu 100 Betreuungsplätze.

Die Kosten für das Bauvorhaben in der Großreuther Straße betragen 5,1 Millionen Euro, für das Vorhaben in der Zugspitzstraße sind es 5,6 Millionen Euro. „Mit der schnellen Fertigstellung der beiden neuen Einrichtungen haben wir wieder einen wichtigen Schritt hin zur bedarfsgerechten Versorgung in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung geschafft“, so die Referentin für Jugend, Familie und Soziales, Elisabeth Ries.

„Wir wollen und müssen jedem Kind in Nürnberg einen Kindergartenplatz garantieren, und dafür sind angesichts immer weniger freier Flächen im dicht bebauten Stadtgebiet Regionalkindergärten mit einem größeren Einzugsgebiet eine gute Ergänzung des stadtteilbezogenen Angebots.“

Vergleichbare Planungen in dieser Größenordnung benötigen normalerweise einen weitaus ausführlicheren Planungsvorlauf und auch eine längere Bauzeit. Die Baukörper sind zum größten Teil aus Kohlenstoffdioxid (CO2)-neutralen, erneuerbaren Rohstoffen gebaut. Im Mittelpunkt steht hier das Material Holz, das sowohl als Skelett als auch im Innenausbau verwendet wurde.

Wegen der kurzen Bauzeit war auch der Vorfertigungsgrad der Bauteile ein wichtiger Punkt in der Planung. Hier hat man sich für die zeitsparende vorgefertigte Holzrahmenbauweise entschieden. Die vorgefertigten Holzbauteile wurden baufertig auf die Baustelle geliefert und konnten so schnellstmöglich verarbeitet werden. Zudem erfüllen die Häuser weitestgehend den Passivhausstandard. 

Durch einen außenliegenden Sonnenschutz ist auch der sommerliche Wärmeschutz gegeben. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach unterstützt den Primärenergiebedarf durch regenerative Energie. Die zweigeschossigen Bauwerke sind barrierefrei zugänglich. Die Spielflächen im Außenbereich wurden mit Terrassen, Pflanz-, Rasen- und Sandflächen gestaltet.

Mit Hilfe von manuell bedienbaren Sonnensegeln können die Kinder auch an heißen Tagen geschützt spielen. „Die Einbeziehung von nachwachsenden Rohstoffen und regenerativer Energie bei diesen Neubauten unterstreicht ein fortschreitendes Umdenken für eine zukunftsweisende Art des Bauens bei der Stadt Nürnberg.

Da sich diese Art des Bauens zeitlich und wirtschaftlich bereits bei den Neubauten in der Neunhofer Hauptstraße und der Herrmann-Kolb-Straße bewährt hat, griff man gerne wieder auf die gleiche Bauweise zurück“, erklärt Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich. Die beiden Bauvorhaben wurden im Zuge des kommunalen Finanzausgleichs durch den Freistaat Bayern mit rund 1,35 Millionen Euro gefördert.