• Hauptbahnhof Nürnberg: Mutter bricht bei Panikattacke zusammen - im Beisein ihres Sohns (9)
  • "Hoffentlich erstickt sie uns nicht": Passantinnen kümmern sich um Frau und Kind
  • Andere Menschen sehen nur tatenlos zu - "Keiner ist gekommen"
  • "Wir würden das immer wieder tun": Helferinnen bleiben nach ihrer guten Tat bescheiden 

An jenen schicksalhaften Novemberabend wird Rena F. vermutlich noch lange zurückdenken. In der Nähe des Nürnberger Hauptbahnhofs erlebte die 31-Jährige einen regelrechten Albtraum. Sie selbst bezeichnet ihr Erlebnis im Nachhinein als "Horror-Vorstellung" für alle Eltern. Was war geschehen? Aus heiterem Himmel erlitt Rena am Freitag (19. November 2021) eine Panikattacke. Sie brach zusammen - mit dabei: ihr neunjähriger Sohn (inFranken.de berichtete davon). Der Bub musste alles mitansehen. Nun konnten die vier Helferinnen gefunden werden. Sie bewiesen Zivilcourage und kümmerten sich - während andere Passanten nur zusahen.

Zivilcourage: Freundinnen eilen wildfremder Frau beim Nürnberger Hauptbahnhof zu Hilfe

"Die Frau saß zusammengesackt am Boden", berichtet Crystal Wagner inFranken.de. Die Fürtherin und ihre Freundinnen erlebten den Vorfall aus unmittelbarer Nähe. "Ich habe gesagt, da schauen wir jetzt mal hin. Die Situation gefällt mir nicht." Das Kind saß demnach allein neben seiner kollabierten Mutter. Wagner fragte den Jungen sogleich, ob alles in Ordnung sei. "Er hat gesagt: 'Nein, meine Mama ist zusammengebrochen. Sie kriegt keine Luft mehr.'

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Als sich Wagner und ihre drei Freundinnen kurzerhand um die junge Frau kümmerten, hatte der Bub bereits den Notarzt verständigt. Bis der Rettungsdienst eintraf, vergingen lediglich zehn Minuten. Für die Helferinnen trotzdem eine schier unendlich lange Zeit. "Es hat sich wie eine Ewigkeit angefühlt", sagt Wagner. Die Mutter hyperventilierte, während die Helferinnen auf den Krankenwagen warteten. "Wir haben in dem Moment nur gedacht: Hoffentlich erstickt sie uns nicht." Die Kollabierte habe aufgrund ihrer Panikattacke in dem Augenblick "gar keine Luft" bekommen. "Teilweise hat sie auch die Augen weggedreht", erinnert sich Wagner. 

"Meine eine Freundin hat sich dann um die Mama gekümmert. Und ich habe währenddessen mit dem Sohn geredet", schildert die 30-Jährige die Situation rückblickend. "Die Mutter hat ganz komisch geatmet", berichtet Wagner. Die Frauen brachten sie kurzerhand in die stabile Seitenlage und versuchten, die Alleinerziehende so gut es ging zu beruhigen. "Wir haben zu ihr gesagt: 'Wach bleiben! Der Notarzt kommt gleich.'" Erst die Sanitäter stellten anschließend fest, dass Rena F. eine Panikattacke erlitten hatte. "So schlimm, dass ich zusammenbreche und nicht mehr ansprechbar bin, war es davor noch nie", sagt Rena hinterher. Erleichtert über den glimpflichen Ausgang, dankt sie im Gespräch mit inFranken.de den Rettungskräften - und den vier Ersthelferinnen. 

"Keiner ist gekommen": Freundinnen helfen - andere sehen nur tatenlos zu 

Crystal Wagner und ihre Freundinnen bleiben infolge ihrer Heldentat gleichwohl bescheiden. "Wir würden das immer wieder tun. Weil wir uns sagen: Das gehört sich einfach", betont die Fürtherin. "Ich möchte ja schließlich auch, dass mir geholfen wird, wenn ich die Person wäre." Eine Selbstverständlichkeit sind Zivilcourage und Hilfsbereitschaft indes keineswegs. "Es standen so viele Menschen um die Frau außen herum  - aber keiner ist gekommen."

Auch ihr habe die undurchsichtige Situation ein mulmiges Gefühl beschert, gesteht Wagner. "Aber trotzdem hilft man natürlich. Schauen allein bringt auch nichts." Der wahre Held ist für Wagner derweil der gerade einmal neun Jahre alte Bub. "Fest steht: Die Frau hat einen supertollen Jungen. Er hat super reagiert und ist ruhig geblieben", erklärt Wagner. "Das muss man wirklich sagen. Das größte Lob gehört ganz einfach ihrem Sohn."

Über Facebook haben die Ersthelferinnen inzwischen Kontakt zu der dankbaren Mutter aufgenommen. Um den nervenaufreibenden Vorfall zu verarbeiten, reden die vier Freundinnen gemeinsam über das Erlebte. "Wir haben aber alle gesagt: Egal, was ist - wir würden das auf jeden Fall genauso wieder tun." 

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