Sie sind die Besten der Besten. Man kann fast sagen „Die Besten im Quadrat“ – mit diesen Worten begrüßte Moderator Fabian van der Weidt die 57 mittelfränkischen Kammer-, Landes- und Bundessieger des PLW, Europas größtem Berufswettbewerb, mit ihren Familien und Freunden vor den Bildschirmen, so die Handwerkskammer für Mittelfranken.

Denn erneut hatte die Pandemie den Planern der Handwerkskammer für Mittelfranken einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die bereits angedachte – analoge – Siegerfeier der mittelfränkischen Champions musste erneut in den digitalen Raum verlegt werden. Bereits gebuchte Räume und der Festschmaus wurden abgesagt.

Stattdessen wurde in Cadolzburg ein Fernsehstudio und ein Team von Profis mit Veranstaltungstechnik gemietet. Denn dass eine Ehrung angebracht sei, stand außer Frage. Jedes Jahr aufs Neue kämpfen Absolventinnen und Absolventen einer handwerklichen Berufsausbildung um den Bundessieg in ihrem Gewerk.

Viele müssen sich dabei auf mehreren Wettbewerbsstufen gegen die Konkurrenz behaupten: von der Innungs- über die Kammer- und Landesebene bis hin zum Bundeswettbewerb der Landessiegerinnen und Landessieger. In Mittelfranken errangen 2021 von den 57 Kammersiegerinnen und -siegern vierzehn den 1. Platz in Bayern und vier den 1. Platz auf Bundesebene. Das sind die Sieger:

Deutschlands beste Gesellinnen und Gesellen sind:

  • Lutz König, Leutershausen; Rainer und Volker Meissner, Neusitz
  • Tanja Meier, Fürth; Klavier Kreisel GmbH & Co. KG, Fürth
  • Alisa Holzhauer, Felsberg; Metzgerei Freyberger KG, Nürnberg
  • Christina Ortelsbach, Kammerstein; der Beck GmbH, Erlangen

Bayerns beste Gesellinnen und Gesellen sind:

  • Annika  Regelsberger, Schwabach, Regelsberger, Schwabach
  • Peter Johann Kunzmann, Wolframs-Eschenbach; WU Mechanische Werkstätte GmbH, Bechhofen
  • Erol Kipti, Nürnberg; Stuckgeschäft Lehnert GmbH, Nürnberg
  • Christof Kölbl, Nürnberg; Loos, Nürnberg
  • Kim Illing, Hilpoltstein; Heinrich Lumpi GmbH Malerbetrieb, Schwarzenbruck
  • Nick Hetze, Gunzenhausen; Kaiser Hermann Bürotechnik e.K., Ansbach
  • Jeffrey Osunde, Nürnberg; Kremser GmbH, Stein
  • Lea-Sophie Brecht, Erlangen; Traussneck, Erlangen
  • Hannah Lobe, Nürnberg ; Lobe, Bubenreuth
  • Alexandra Bidner, Zirndorf; Wünnerlein Christina, Cadolzburg
  • Nicola Matteo Blumrich                , Wassertrüdingen; M17 Creative Studio GmbH, Langenzenn
  • Leila Rößler, Nürnberg; Konditorei & Cafe Friedrich Beer, Nürnberg
  • Alexander Paris , Wolframs-Eschenbach ; Rock Elektromotoren Abenberg
  • Matthias Löslein, Heßdorf; Rödl GmbH, Nürnberg

Vor laufenden Kameras In Cadolzburg traf daher der Moderator auf seine beiden Gäste aus der Handwerkskammer: den Vizepräsidenten Christian Sendelbeck und den stellvertretenden Hauptgeschäftsführer Dr. Rainer-Johannes Wolf, die vor Ort waren, um den Siegerinnen und Siegern des PLW ihre Gratulation auszusprechen und deren Leistung zu würdigen.

Stellvertretend für alle, die an diesem Abend nicht dabei sein konnten, erzählten die beiden Kammersiegerinnen Elena Blaumeiser (Orthopädietechnik-Mechanikerin) und Ramona Dotterweich (Orthopädieschuhmacherin) gemeinsam mit ihren Ausbildern von ihren Erfahrungen.

Die Eigenschaften, die Christian Sendelbeck und Rainer Wolf im Interview so wichtig waren, hatten die beiden zur Genüge: Leidenschaft, Motivation und Durchhaltevermögen. „Man muss Leidenschaft mitbringen, für das, was man tut. Wenn man voller Leidenschaft ist, dann geht man auch gerne die Extra-Meile, die es braucht, um aus einem guten Gesellenstück ein hervorragendes zu machen“, sagte Rainer Wolf.

Da konnte Elena Blaumeiser nur zustimmen. Sie mag an ihrem Beruf besonders, dass „er total vielfältig ist. Er wird nie eintönig und es macht mir Spaß, für die Patienten unter den vielen verschiedenen Materialien das richtige für jeden Einzelnen herauszusuchen.“ Elena und ihr Ausbilder Tobias Gruber mussten ihren Erfolg bei Riedel & Pfeuffer übrigens nicht alleine feiern.

Denn auch Ramona Dotterweich hatte hier gelernt. „Ich habe einfach immer gefragt. Ich wollte alles wissen“, erzählt sie lachend. Ausbilder Sebastian Zich war das nur recht: „Es motiviert mich, wenn ich das, was ich in 25 Jahren gelernt habe, an den Nachwuchs weitergeben darf. Ich bin sehr stolz auf Ramona, denn die ein oder andere Träne ist schon geflossen, aber sie hat durchgehalten.“

Damit griff sie einen Punkt auf, der auch Christan Sendelbeck wichtig war: „Wo gearbeitet wird, passieren Fehler. Das passiert. Aber man muss herausfinden, warum. Und dann macht man es besser und erreicht ein perfektes Ergebnis. Einmal stolpern ist okay, dann schüttelt man sich, rückt das Krönchen gerade, steht auf und geht weiter. Aber man sollte nicht mehrmals über den gleichen Stein stolpern. Das ist Handwerk.“

Ein weiteres hervorragendes Beispiel für Durchhaltevermögen und die herausragende Leistung, die der Handwerksnachwuchs in Mittelfranken jedes Jahr erbringt, war Beton- und Stahlbetonbauer Matthias Löslein. Schon im ersten Lehrjahr nahm er sich seinen Vorgänger, den frischgebackenen Gesellen Timo Schön, zum Vorbild, dem er mit seinen Firmenkollegen von der Rödl GmbH schon bei den EuroSkills in Budapest zujubelte.

„Ich hätte nie gedacht, dass es klappt, aber ich wollte unbedingt beim Berufewettbewerb mitmachen“, erzählt er. Diese Leidenschaft brachte ihm die Goldmedaille auf Landesebene ein. Ulrich Setzen, stellvertretender technischer Leiter bei Rödl, ist stolz auf Matthias: „Unsere Auszubildenden sind uns wichtig. Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt. Um jeden zu motivieren, braucht es auch jeden: Vom Chef, über den Vorarbeiter, Polier, Ausbilder, bis zum Azubi.“

Die Vorbildfunktion für den Handwerksnachwuchs, die die Sieger im PLW übernehmen, betonte auch Dr. Gerhard Walther. Für die Bundessieger hatte der mittelfränkische Bezirkspräsident des Genossenschaftsverbands Bayern daher etwas ganz Besonderes vorbereitet: Goldbarren. „Sie sind Menschen, die vorangehen. Ich wünsche Ihnen alles Gute auf Ihrem Weg“, lobte er. Christan Sendelbeck und Rainer Wolf blieb da nur noch eines zu sagen: „Wir sind stolz auf Sie, bleiben Sie dran – und willkommen in der Handwerksfamilie!“