Im Konflikt um Genehmigung einer großen Sandgrube im Reichswald zwischen Nürnberg und Altdorf haben Stadtverwaltung und Oberbürgermeister Marcus König (CSU) klar ihre Ablehnung gegenüber der Regierung von Mittelfranken formuliert. Im Zuge des Projekts soll ein Tagebau zur Gewinnung von Quarzsand im Staatsforst südlich der Autobahn A 6 und nordwestlich von Röthenbach bei Altdorf ausgehoben werden.

"Die Wiederverfüllung würde mit örtlichem Abraum und Fremdmaterial erfolgen – auch solches, dessen Einbau nur eingeschränkt zugelassen ist", schreibt die Stadt Nürnberg in einer Pressemitteilung. Das Gelände würde dabei bis auf maximal zehn Meter gegenüber dem ursprünglichen Gelände erhöht werden, heißt es. 

Geplanter Tagebau bei Altdorf: OB befürchtet, Landschaft würde "nachhaltig zerstört"

Das Vorhaben werde seitens der Stadt Nürnberg insgesamt kritisch gesehen. „Nürnberg ist auf den Naherholungsraum in ‚seinem‘ Reichswald angewiesen. Das Gebiet würde mit dem Sandabbau für einen sehr langen Zeitraum der Öffentlichkeit entzogen und die Landschaft auch mit der Wiederverfüllung nachhaltig zerstört. Das sind Auswirkungen, die noch Generationen nach uns betreffen werden“, äußert sich Oberbürgermeister Marcus König (CSU) in der Mitteilung.

In den Unterlagen habe der Vorhabenträger aufgeführt, dass neben der Abfuhr über die Autobahn A 3 auch Material über die Kreisstraße LAU 13 über Fischbach transportiert werden soll. Die Stadt hat sich in ihrer Stellungnahme gegen den Transport des Abbaumaterials mit Schwerlastverkehr über die Fischbacher Hauptstraße ausgesprochen. 

Laut Erläuterungsbericht könnten nach Interpretation der Stadtverwaltung Lärm- und Abgasbelastungen für Anwohnende in Fischbach nicht grundsätzlich vermieden werden. „Ein regelmäßiger Abtransport mit Schwerlastverkehr durch Fischbach ist für Nürnberg nicht akzeptabel“, so Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich. „Die Fischbacher Hauptstraße führt mitten durch den Ortsteil Fischbach. Direkt an der Straße liegen Wohnungen, Kitas, die Grundschule sowie Einzelhandel und Dienstleistungen. Eine gefahrenlose Querung muss hier möglich sein, eine zusätzliche Belastung der Bevölkerung ist unbedingt zu vermeiden.“

Stadt Nürnberg will keinen "Verlust der Attraktivität" durch Tagebau 

Die Stadt Nürnberg bemängelt auch "die nachteiligen Auswirkungen auf das Landschaftsbild" und befürchtet "einen Verlust der Attraktivität des Landschaftsraums, der eine wichtige stadtnahe Erholungsfläche darstellt". Für das Vorhaben sei eine flächenhafte Rodung des Nürnberger Reichswaldes erforderlich. Es befänden sich "wertvolle Schutzgebiete" auf der Fläche. Der Abbauzeitraum sei auf mindestens 35 Jahre ausgelegt, erst danach erfolge schrittweise die Wiederauffüllung und Wiederaufforstung der Fläche bei Altdorf.

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