Ein Pilzsammler findet eine Leiche im Wald - und verhindert dadurch wahrscheinlich einen zweiten Mord. In Nürnberg begann am Dienstag (8. September 2020) der Prozess gegen einen 32 Jahre alten Mann und seine 33 Jahre alte Geliebte. Diese hatte nach Ansicht der Anklage den Mann dazu angestiftet, einen 27-Jährigen zu ermorden, mit dem sie ebenfalls eine Beziehung hatte.

Am ersten Prozesstag äußerte sich der Angeklagte nicht zu den Vorwürfen. Bei der Polizei hatte er diese bestritten. Der Verteidiger der Frau sagte, seine Mandantin sei unschuldig.

Profiler: Leichenfunde im Wald sind Glücksfall

Eigentlich sollte der 33-Jährige auch den Ehemann der Frau töten. Doch dazu ist es den Ermittler zufolge nicht mehr gekommen, weil der Pilzsammler den Toten kurz nach der Tat entdeckte und der Verdächtige festgenommen wurde.

Dass Pilzsammler, Spaziergänger oder Jäger Leichen im Wald finden, kommt in Deutschland zwar nicht häufig, aber doch immer wieder vor. Für die Ermittler sei das ein Glücksfall, sagt der Profiler Axel Petermann. Dadurch könne mitunter geklärt werden, wie und wann die Person starb, auch Hinweise auf den Täter sind möglich.

So war es bei der neunjährigen Peggy aus Bayern, deren Überreste Pilzsammler 15 Jahre nach dem Verschwinden des Mädchens entdeckten. Die Ermittlungen gegen einen Verdächtigen laufen noch. In Niedersachsen kam die Polizei erst auf die Mordserie des inzwischen verurteilten Martin N., nachdem Pilzsammler auf die Leiche des dritten Kindes gestoßen waren.

Ein Kinderleichen-Fund erschüttert aktuell ganz Deutschland: In Solingen wurden fünf tote Kinder in einer Wohnung entdeckt. Das jüngste Opfer war gerade mal ein Jahr alt. Tatverdächtig ist die 27 Jahre alte Mutter der Kinder.