Die Neugestaltung des Nägeleinsplatzes durch den Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) habe ihren ersten Meilenstein erreicht, wie die Stadt Nürnberg berichtet. Christian Vogel, Bürgermeister und Erster Sör-Werkleiter, eröffnete am Mittwoch, 30. November 2022, den ersten fertiggestellten Bereich und übergab ihn an die Öffentlichkeit.

„Ich freue mich ganz besonders, diesen ersten Abschnitt eröffnen zu können. Seit 2018 stehen wir zur Umgestaltung des Nägeleinsplatzes mit verschiedenen Formaten im engen Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern, jetzt werden die ersten Ergebnisse sichtbar und vor allem erlebbar. Dieser erste fertiggestellte Bereich bietet eine hohe Aufenthaltsqualität und ein Vielfaches an Grün, er ermöglicht den direkten Zugang zur Pegnitz und schafft eine ganz neue Perspektive auf Nürnberg als Stadt am Wasser. Es ist sozusagen das ‚Sahnehäubchen‘ der gesamten Umgestaltung“, schwärmt Bürgermeister Christian Vogel.

Der Nägeleinsplatz wird barrierefrei als zentraler Grünraum in der Altstadt entwickelt. Das räumliche Konzept nimmt die in Teilflächen vorhandene Promenadenstruktur auf und entwickelt diese entlang der Uferwand von der Karlstraße bis zum Kettensteg als zentrales, durchgängiges Verbindungselement von Ost nach West. Alle Nutzungen und die angrenzenden Grünflächen orientieren sich – unter Berücksichtigung des Hochwasserschutzes – zur Promenade.

Im ersten fertiggestellten Bauabschnitt wurde die Wegeführung am Hallertürlein verbessert, um Passanten ebenso wie dem Radverkehr mehr Sicherheit zu bieten. Insbesondere wurde die Treppe zum Hallertor gedreht. Der Sitzbereich wurde verlegt und durch neue Sitzgelegenheiten aufgewertet. Gleichzeitig verstärkt neues Grün den einladenden Charakter des Hallertürleins.

Der Abschnitt am Kettensteg wurde als Knotenpunkt und Verbindung zwischen Maxplatz, Nägeleinsplatz, Kettensteg und Weg zum Hallertor geöffnet und aufgewertet. Dieser Übergang zum Maxplatz mit einer barrierefreien Verbindung zum Nägeleinsplatz und zum Uferplateau bildet ein Gelenk, das die wichtigen Wegebeziehungen klar sichtbar macht und verbindet. Das untere Plateau am Fluss ist offen und naturnah. Zwei Flachwasserzonen mit Findlingen und Sitzstufen zum Wasser laden als ruhiger Aufenthaltsort für Groß und Klein zum Verweilen ein. Ein Fluttor in Verlängerung der Bestandswand ermöglicht das Absperren der unteren Fläche im Hochwasserfall und schützt die höher gelegenen Stadtteile.

Am Nägeleinsplatz selbst wurden durch die Ansaat einer Blumenwiese und eines Rasenteppichs mit Sitzgelegenheiten sowohl die Artenvielfalt gefördert als auch wertvoller Aufenthaltsraum unter alten und neuen Bäumen geschaffen. Einrahmende Pflanzungen bieten Vielfalt für Parkbesuchende, Vögel und Insekten und sichern die Privatsphäre der angrenzenden Anliegerinnen und Anlieger. Entlang der Ufermauer lädt die Promenade zum Flanieren und zum Verweilen ein. Der am Nägeleinsplatz bestehende Parkplatz wurde im Zuge dieser Umgestaltung etwa um die Hälfte verkleinert und wird um rund 50 überdachte Fahrradstellplätze ergänzt.

Die Grünfläche am Nägeleinsplatz ist noch bis zum späten Frühjahr 2023 abgesperrt, bis die neu angesäte Wiese ausreichend trittfest ist. Das Promenadengeländer am Wehr des Nägeleinsplatzes konnte aufgrund von Lieferengpässen noch nicht montiert werden, dies erfolgt in der ersten Jahreshälfte 2023. Um den Weg entlang des Wassers dennoch nutzen zu können, werden noch vor Weihnachten Bauzäune zur Absicherung aufgestellt. Dieser Abschnitt ist damit ab Ende Dezember begehbar. Der Durchgang entlang der Häuserzeile am Nägeleinsplatz ist als Verbindung zwischen Kettensteg und Maxbrücke durchgehend nutzbar.

Bei der Umgestaltung standen die Biodiversität und die Verbesserung des Klimas im Mittelpunkt. Im Zuge der Sanierung mussten zwar elf Bäume entfernt werden, ausgeglichen wurde diese Maßnahme aber durch die Pflanzung von insgesamt zwölf neuen, klimaangepassten Bäumen sowie 13 Großsträuchern. Dazu kommen Wildheckenzonen sowie Blühwiesen und rund 10 000 Zwiebelpflanzen, die vor allem im zeitigen Frühjahr für einen ersten Blühakzent sorgen werden. Insgesamt zeichnet sich die Neugestaltung durch ein optimiertes Habitat-Angebot für Flora und Fauna aus: Abwechslungsreiche Pflanzflächen bieten eine erhöhte Artenvielfalt mit ganzjährigem Blühaspekt, die Pflanzenauswahl fokussiert sich auf Bienennährgehölze und Blühgehölze und eine Merianin-Wiese basiert auf einer Wiesenmischung für Bienen und andere Insekten.

Der zweite Bauabschnitt, im Umfeld Weinstadel bis zur Karlstraße, ist für Mitte Februar bis Dezember 2023 geplant. Die Umgestaltung der Karlstraße, welche ursprünglich für den zweiten Bauabschnitt vorgesehen war, wird aufgrund der Verzögerung des Baus der Neuapostolischen Kirche auf 2024 verschoben. Somit steht der dritte Bauabschnitt mit dem Umfeld am Nägeleinswehr und der Karlstraße voraussichtlich für 2024 auf dem Plan.

Bürgermeister Christian Vogel erklärt zum Bauablauf: „Ganz grundsätzlich erfolgt fortlaufend eine Prüfung, ob einzelne Teilbereiche geöffnet werden können. Das geht aber nur, sofern eine vorzeitige Öffnung den Bauablauf nicht behindert. Ich bitte deshalb um Verständnis und Beachtung der bestehenden Absperrungen. Gleichzeitig freue ich mich darauf, die nächsten Schritte der Umgestaltung zu verfolgen, und zu sehen, wie dieses Projekt im Herzen der Stadt weiter Gestalt annimmt.“

Die Gesamtkosten des ersten Bauabschnitts betragen 1,5 Millionen Euro. Die betreffende Fläche liegt innerhalb des Stadterneuerungsgebiets Nördliche Altstadt. Die Umgestaltung des Nägeleinsplatzes mit seinem Umfeld wird deshalb mit gut einer Million Euro im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Lebendige Zentren – Erhalt und Entwicklung der Orts- und Stadtkerne“ gefördert. Städtische Eigenmittel werden aus dem Budget des Masterplans Freiraum bereitgestellt.