• Nürnberg: Musiker wegen Volksverhetzung verurteilt
  • Umstrittener Trauerredner hatte bei öffentlichem Auftritt Geflüchtete beschimpft
  • "Messerer": Online-Video von umgedichtetem Lied hatte für Entsetzen gesorgt
  • "Volksverhetzung": Nürnberger scheitert vor Landgericht

Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat in einem Berufungsprozess am Donnerstag (10. Februar 2022) das Urteil gegen einen Musiker aus Nürnberg wegen Volksverhetzung bestätigt, wie Gerichtssprecher Friedrich Weitner gegenüber inFranken.de erklärt. Der Trauerredner Ernst Cran hatte bei einem öffentlichen Auftritt auf dem Bardentreffen 2019 pauschal Geflüchtete und Menschen aus Afrika beschimpft. 

Prozess vor Nürnberger Landgericht: Geflüchtete als Vergewaltiger bezeichnet 

"Es hatte bereits ein Urteil wegen Volksverhetzung am Amtsgericht Nürnberg im Juli gegeben, gegen das er selbst und die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt hatten", so Weitner. Konkret sei es um ein Youtube-Video gegangen, auf das die Justiz aufmerksam geworden war. Cran war in dem Video bei einem Auftritt auf dem Nürnberger Bardentreffen 2019 zu sehen gewesen. 

Dort hatte er, so bestätigt Weitner, in einem umgedichteten Lied von Geflüchteten als Vergewaltiger gesungen und Afrikaner mit dem N-Wort beschimpft sowie diese unter anderem als "Messerer" bezeichnet. "Das Landgericht hat das Urteil vom Sommer bestätigt", so Weitner. Damals sei Cran zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 30 Euro verurteilt worden, eine Gesamtstrafe von 2700 Euro, erklärt der Gerichtssprecher. "Er kann dagegen Berufung einlegen, dann landet der Fall als Nächstes vor dem Bayerischen Obersten Landesgericht", sagt Weitner.

Cran war unter anderem 2016 seines Amts als Sprecher des Bundesverbands der Trauerredner enthoben worden, nachdem er mehrere Gesangsauftritte bei Pegida absolviert hatte. In einem aktuelleren Lied auf seinem Youtube-Account singt Cran unter anderem davon, dass "der Deutsche Geist zu seinem Siege reift" sowie vom "Erwachen uns’res einen Reiches". Einen verstorbenen Blogger verabschiedete der Nürnberger 2020 bei Youtube mit den Worten "Gruß nach Walhall, lieber Kamerad - und Heil dir".