Neuer Name für Nürnbergs "Lichtenreuth": In Nürnberg entsteht derzeit ein neues Stadtviertel. Der Investor des Projekts, die Aurelis Real Estate GmbH, hatte dem Quartier den Namen "Lichtenreuth" gegeben. Vor allem die SPD-Stadtratsfraktion und ihr Vorsitzender Thorsten Brehm finden den Namen aber unpassend. Als offizieller Name des Viertels soll eine andere Bezeichnung her – "ausgesiebt" aus Vorschlägen der Bürger. "Der Stadtteil soll nicht wie ein fränkischer Bauernort benannt werden, sondern einen zukunftsgewandteren Namen tragen", erklärt Brehm inFranken.de. Die Bezeichnung "Lichtenreuth" sei lediglich ein Kunstbegriff. Historisch ist er außerdem unpassend, denn die Bezeichnung "Reuth" steht für Orte, die durch das Roden von Wäldern entstanden sind.

Im Areal "Lichtenreuth" entstehen in drei Modulen Wohnraum, Einkaufsmöglichkeiten und der Campus der neu gegründeten Technischen Universität Nürnberg (TUN). inFranken.de hatte bereits im November ausführlich über die Pläne berichtet: Lesen Sie HIER, was alles im neuen Nürnberger Stadtteil entstehen soll.

Statt "Lichtenreuth": Neuer Name für Nürnberger Stadtteil gesucht

Stadtrat und Wirtschaftsreferent Michael Fraas ist für die Benennung des Quartiers zuständig. Es sei ganz normal, dass der Projektentwickler seinem Projekt einen Namen gibt, trotzdem: "Wie ein Stadtteil offiziell benannt wird, das entscheiden wir als Stadt." Wie die Namensfindung im Detail ablaufen soll, steht noch nicht fest, soll sich aber in den nächsten Wochen klären. "Wir tun sowas nicht alle Tage. Das ist sehr spannend." Der Verfahrensvorschlag der SPD lautet wie folgt: Bürger sollen Ideen und Vorschläge einreichen. Eine Jury im Rathaus soll hieraus den besten Vorschlag wählen - und "am Ende muss ein Stadtratsbeschluss stehen".

Für Michael Fraas steht fest: Sowohl die Bürger und der zuständige Bürgerverein Nürnberg-Hasenbuck als auch die neue Universität müssen an der Namensfindung beteiligt sein. In Sachen Bürger spreche viel für eine Onlinekomponente, da sich so jeder beteiligen könne. Seiner persönlichen Meinung nach sollte der neue Name etwas mit der Universität zu tun haben. Schließlich sei man stolz auf die Gründung, die den Stadtteil prägen werde.

Bei den Nürnbergern scheint die Möglichkeit, bei der Namensgebung mitzuentscheiden auf jeden Fall gut anzukommen. Laut Brehm gehen schon jetzt bei ihm selbst und bei der Stadtverwaltung erste Ideen per Mail ein.