Die Grünanlage Wöhrder Wiese liegt im Herzen von Nürnberg. Sie ist ein beliebtes Naherholungsziel und gleichzeitig ein wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Der wertvolle alte Baumbestand – bestehend aus rund 600 Einzelbäumen sowie aus vielen weiteren Bäumen in unterschiedlich großen Baumgruppen – gerate jedoch durch die Folgen des Klimawandels unter Druck, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Bürgermeister Christian Vogel (SPD): „Die heißen und trockenen Sommer der vergangenen Jahre sind nicht spurlos an den Bäumen vorübergegangen. Der für die Grünanlagen zuständige Sör hat deshalb ein Konzept erarbeitet, wie sich der Park in den nächsten zehn Jahren unter den geänderten Klimabedingungen entwickeln soll.

Der Entwicklungsplan habe die Probleme und Herausforderungen der gegenwärtigen Situation analysiert und daraus eine Perspektive für die nächsten zehn Jahre entwickelt. Zentral sei: "Vegetation anpassen, aufwerten und robuster machen, Freizeitaspekte einbeziehen und – ganz wichtig – auch die Optik nicht vergessen: Es soll fast immer etwas blühen", heißt es in dem Konzept.

 Ein Teil der Altbäume leide bereits jetzt spürbar unter den Auswirkungen des Klimawandels. Die heißen und trockenen Sommer der letzten Jahre hätten die Bäume geschwächt. Krankheiten und Pilzbefall hätten zugenommen und immer häufiger müsse Sör Totholz und abgestorbene Bäume entfernen. In Mitleidenschaft gezogen seien dabei nicht nur junge und mittelalte Bäume, sondern auch die großen, markanten Pappeln entlang des Wöhrder-Wiesen-Wegs.

Langfristig sollen die Vegetationsstrukturen, also Bäume, sowie Strauch und Wiesenflächen im Hinblick auf mehrere Aspekte angepasst werden. Die Planung ermögliche eine ökologische Aufwertung der Wöhrder Wiese und erhöhe damit gleichzeitig die Freiraumqualitäten der Anlage. Darüber hinaus werrde die Robustheit der Gehölzbestände gegenüber den sich ändernden Klimaverhältnissen gestärkt.

 Beim Umbau des Baumbestands spielen neben klimatischen und gestalterischen Gesichtspunkten auch Blühaspekte eine große Rolle. So werde eine "lückenlose Blühabfolge im Hinblick auf die Förderung und Versorgung von Insekten" angestrebt. Hierbei würden bereits bestehende Strukturen aufgegriffen und behutsam umgestaltet. Der Aufbau naturnaher, mehrstufiger Gehölzsäume aus Blühsträuchern gehöre ebenso dazu wie die Anlage von Zeidler-Wiesen.

So seien neben mehrjährigen Blühwiesen am nördlichen Rand (Südhang), auch ein Biotop am Südrand der Parkanlage im Umfeld des Goldbachs geplant. Bei der Wöhrder Wiese kämen den meisten Nürnbergerinnen und Nürnbergern als erstes Spiel, Sport und Freizeiterlebnisse in den Sinn.

Was vielen jedoch nicht so bewusst sei: "Die Wöhrder Wiese ist eine Kaltluftschneise und hat damit eine wichtige Funktion für das Stadtklima. Die angrenzenden Stadtteile werden in den heißen Sommermonaten mit kühlerer und frischer Luft aus der Umgebung versorgt. Umso wichtiger ist es, diesen Park in seinen vielfältigen Funktionen zu erhalten und weiterzuentwickeln."