• In Franken hat der Textildiscounter Kik mehrere Filialen geöffnet
  • Die Polizei musste die Läden wieder schließen
  • Kik hatte angekündigt, rechtliche Schritte einzuleiten
  • Jetzt überrascht Kik mit einer Aussage

Kik hat trotz Lockdown geöffnet: Entgegen der bestehenden Corona-Regeln in Bayern hat der Textildiscounter Kik die Inhaber mehrerer Filialen in Franken angewiesen zu öffnen. In Mittelfranken konnten Kunden am Karsamstag in mehreren Läden in Nürnberg und in Fürth ohne Termin einkaufen. Auch im Kreis Kronach öffnete am Vormittag des 3. April 2021 eine Kik-Filiale. Hier lag die Inzidenz zum Zeitpunkt der Öffnung sehr hoch - bei 343,11

Kik bestätigt: Öffnung von Konzernleitung entschieden

Die Polizei reagierte auf Hinweise der Bevölkerung und schloss die Filialen wieder. "Wir gehen nicht durch die Stadt und prüfen, ob Geschäfte offen haben. Wir werden aber von besorgten Menschen, teilweise auch von der Konkurrenz angerufen, die sagen: Da hat etwas geöffnet, da stapeln sich teilweise Leute, wie kann das sein?", erklärt der Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken, Stefan Bauer.

Die Mitarbeiter und Inhaber könnten nichts dafür, sagt Polizeisprecher Bauer. "Sie kriegen nur die Anweisung, dass sie aufmachen sollen." Auf Anfrage von inFranken.de bestätigt der Textildiscounter diese Praxis. "Wir haben auf Basis unserer rechtlichen Einschätzung und entlang der bisherigen Öffnungsstrategie der bayerischen Politik entschieden, unsere Geschäfte in Bayern ab Ostersamstag zu öffnen", sagt Kik-Sprecher Sören Heinrichsmeyer.

Das bayerische Verwaltungsgericht hatte am 31. März 2021 nach der Klage eines Schweinfurter Händlers entschieden, dass Schuhhändler in Bayern wieder öffnen dürfen. Deshalb war spekuliert worden, ob Kik die Öffnung der Filialen in Franken mit dem Urteil rechtfertigt. "Bezug für unsere Entscheidung ist nicht das Thema Schuhe und auch keine Protestaktion, sondern dass unsere Filialen zu den Ladengeschäften gehören, die für die tägliche Versorgung unverzichtbar sind", stellt Kik-Sprecher Heinrichsmeyer klar. 

Wegen Schuh-Handel: Kik spricht von "Ungerechtigkeiten" 

Deshalb seien die Filialen "grundsätzlich geöffnet" worden. Anweisungen, den Kleidungsbereich abzusperren, gab es nicht, so der Sprecher. Allerdings habe die Entscheidung doch grundsätzlich mit dem Schuh-Urteil in Bayern zu tun gehabt. "Wir können nur nochmals eindringlich an die Politik appellieren, bundesweit möglichst einheitliche Standards vorzugeben und die Ungerechtigkeiten im Umgang mit dem Einzelhandel zu beenden", sagt Heinrichsmeyer. 

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Das Unternehmen sei "dankbar dafür, dass die bayerische Regierung die Ungerechtigkeit erkannt und reagiert hat." Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Mittwoch (07.04.2021) verkündet, dass Blumenfachgeschäfte, Gartenmärkte, Gärtnereien, Baumschulen, Baumärkte und Buchhandlungen künftig nicht mehr als Geschäfte für den alltäglichen Bedarf zählen

"Das Schuhhändler-Urteil ist damit hinfällig", sagt Heinrichsmayer. Kik hatte als Reaktion auf die Filialschließungen mit rechtlichen Schritten gedroht. "Diese hatten sich aber gegen die Öffnung der Schuhgeschäfte gerichtet." Kik-Filialinhaber müssen wegen der Öffnungen mit Bußgeldern in Höhe von bis zu 5000 Euro rechnen. Das sieht der Bußgeldkatalog des bayerischen Gesundheitsministeriums vor.  Ob Kik dagegen Einspruch einlegen wird, könne man noch nicht sagen, so der Sprecher. 

Nach Söder-Verkündung: Kik kündigt überraschend Kehrtwende an 

Und wie geht es weiter? Kik will an diesem Samstag (10.04.2021) keine weiteren Filialen wieder aufmachen. Aber: "Filialen, die bereits geöffnet sind, bleiben offen", sagt der Unternehmenssprecher. Und kündigt überraschend an: "Ab Montag, den 12. April werden unsere Filialen in Bayern gemäß Stufenplan der bayerischen Regierung regulär öffnen beziehungsweise je nach 7-Tage-Inzidenz des Landkreises Click&Meet mit oder ohne Test anbieten." Bei einem Inzidenzwert über 200 werde man die Standorte wieder schließen.

Auch der Textildiscounter Takko hatte in Franken mehrere Filialen geöffnet. "Seit Anfang April hatten wir Einsätze im niedrigen zweistelligen Bereich bei Geschäften, die geöffnet haben, obwohl sie momentan eigentlich zubleiben müssen", berichtet Polizeisprecher Bauer. Das sei "schon eine Hausnummer". Gegen die Inhaber wurden Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz erstattet. Die Kommunen seien nun für die Bußgeldverfahren zuständig. 

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