Immer wieder Giftköder: In Deutschland gibt es fast täglich Meldungen zu Giftködern für Hunde. Die deutsche Presseagentur veröffentlichte jetzt eine Untersuchung zu den Fällen und die große Rolle, die die Sozialen Medien dabei spielen.

Demnach sei es unbekannt, wie viele Hunde tatsächlich jährlich durch Köder zu Schaden kommen. In der Kriminalstatistik kommen diese Fälle nicht vor. Die Polizei in Nürnberg allerdings berichtet, dass Giftködervorfälle immer wieder aufträten. Die Dunkelziffer allerdings ist hoch. Viele Hundehalter gehen nicht gleich zur Polizei, sollten sie ein verdächtiges Leckerli entdecken. Oftmals geht es den Hunden erst viele Stunden nach dem Giftköder schlecht. Viele Besitzer bringen den Zustand nicht mehr mit dem letzten Spaziergang in Verbindung, so die deutsche Presseagentur.

Fallzahlen steigen stetig

Die Fallzahlen vom bayerischen Landeskriminalamt lassen zumindest eine Tendenz erahnen. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Amt 219 Fälle von Giftködern oder anderen schädlich präparierten Ködern in Bayern. Im ersten Halbjahr 2020 waren es bereits 149. Laut Kriminalhauptkommissar Ludwig Waldinger sei die Tendenz in den letzten Jahren stetig ansteigend. Die Statistik gibt allerdings nur die Fälle wieder, bei denen die Polizei ermittelt hat. Nicht alle davon waren Straftaten.

Die Sozialen Medien spielen dabei eine große Rolle. Sollten irgendwo verdächtige Köder auftauchen, ist das unter Hundehaltern schnell bekannt. So zögerlich viele von ihnen mit Anzeigen sind, so viele Warnungen gibt es dagegen in Facebook-Gruppen, speziellen Internetseiten und Apps. Mehr als 10 000 Meldungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hat beispielsweise die Website "Giftköderradar" seit 2011 registriert. Mitgründer der Website Sascha Schoppengerd sagt dazu: "Über die Jahre sind die Zahlen stabil bis leicht steigend." 

Oft werden Gerüchte über mögliche Köder unreflektiert verbreitet. "Das wird in den sozialen Medien gepostet und dann geht es ab", berichtet Wolfgang Prehl vom Polizeipräsidium Mittelfranken. Die Folgen von solchen Gerüchten bekamen Nürnberger Ermittler laut der deutschen Presseagentur Anfang des Jahres zu spüren, als sie vor möglichen Giftködern im Süden und Westen von Nürnberg warnten. Besorgte Bürger gaben mehr als 30 verdächtige Leckerlis ab. "Da war vom Wurststück bis zum Keks alles dabei", so Prehl. In keinem davon wurde Gift gefunden.

Motive für Tat nicht immer klar

Trotzdem gibt es immer wieder Personen, die Leckerlis mit Gift, Rasierklingen, Reißzwecken oder Nägeln auslegen, um Hunde zu verletzen oder zu töten. Die Motive sind oft nicht klar, denn nur selten wird ein Täter gefasst. Oftmals sind Unstimmigkeiten mit Hundehaltern, fehlende Empathie gegenüber Tieren, Mutproben, Aggressionsabbau oder eine pathologische Veranlagung zur Tierquälerei der Grund. In den meisten Fällen helfe nur: Augen auf beim Gassigehen und den Hunden beizubringen, nichts zu essen, was irgendwo rumliegt. 

Giftköder im Park bei Memmelsdorf: Laut Polizei gab es tatsächlich besorgniserregende Funde rund um Schloss Seehof. Aber zumindest in einer Sache kann die Polizei Entwarnung geben.