Das städtische Hochbauamt hat die Generalsanierung des Gemeinschaftshauses Langwasser, des ältesten Kulturladens in Nürnberg, abgeschlossen. Kulturladen, Stadtbibliothek und Gastronomie konnten die neuen Räumlichkeiten wieder beziehen, das Gemeinschaftshaus startet jetzt mit einem neuen Programm. 

„Das Gemeinschaftshaus hatte 2018 sein 50-jähriges Jubiläum und ist seit seinem Bestehen für die Menschen der Stadt Nürnberg und dem Stadtteil Langwasser kulturell, gesellschaftlich sowie städtebaulich ein besonderer Ort geworden. Jetzt nach der Sanierung können sich die Besucherinnen und Besucher über eine moderne Ausstattung und ein vielseitiges Programm freuen“, erklärt Oberbürgermeister Marcus König (CSU).

Generalsanierung in zwei Bauabschnitten

Der erste Bauabschnitt der Generalsanierung endete bereits 2014 und umfasste die Dach- und Fassadensanierung. Die jetzt abgeschlossenen Arbeiten fielen in den zweiten Bauabschnitt der Generalsanierung von 2018 bis Ende 2020 und bestanden aus der kompletten Überarbeitung des Gebäudeinneren. Die barrierefreie Erschließung, der Einbau von zwei Aufzügen, die Umsetzung von Brandschutzmaßnahmen und Vorgaben der Arbeitssicherheit, die grundlegende Erneuerung der Sanitär-,  Heizungs-, Lüftungs- und Elektroinstallationen sowie die Renovierung der  Gruppen- und Werkräume waren die wesentlichen Maßnahmeninhalte.

Außerdem wurden die Gaststätte mit einer neuen professionellen Gastronomieküche ausgestattet und die Außenanlagen revitalisiert. Ein weiterer Bestandteil war die Überarbeitung der Wand- und Deckenoberflächen, wobei Werkstein- und Holzböden erhalten blieben. „Der Charakter des Gebäudes und seiner großzügigen Außenanlagen wurde weitgehend erhalten und mit modernen Elementen ergänzt“, so Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich. „Die prägenden massiven Sichtbetonbauteile der beiden Säle bleiben weiterhin sichtbar. Neu ist die erweiterte Nutzung des Hauptfoyers für einen ungezwungenen Aufenthalt oder kleine Events durch den Einbau eines Tagescafés, mobiler Podeste und moderner Sitzbänke um den zentralen Lichthof.“

Vor gut 50 Jahren eröffnete das „Gemeinschaftshaus Langwasser“ 1968 – als eines der ersten großen Gemeinschaftshäuser Deutschlands – am Heinrich-Böll-Platz, im Herzen von Langwasser. Seine gedanklichen Ursprünge hat das Gemeinschaftshaus Langwasser bereits im Jahr 1961 mit dem Wunsch, ein Nachbarschaftshaus als eine „Begegnungsstätte für jedermann“ zu errichten. Dieser Grundgedanke ist bis heute aktuell und spiegelt sich in einer unserer Zeit angepassten modernen Form im neuen Konzept des Gemeinschaftshauses wieder. Das Gebäude, das Ende der sechziger Jahre im Stil einer modernen Architektur errichtet wurde, fügt sich mit seiner Architektursprache der Innen- und Außenbezüge harmonisch in seine großzügigen Außenanlagen ein und spielt bewusst mit einer Materialästhetik, wie etwa dem damals häufig verwendeten Sichtbeton. Formensprache und Funktionalität sind bis heute gültig.

Gemeinschaftshaus Langwasser öffnet mit neuem Programm

Vieles wurde in der Generalsanierung erhalten und genauso vieles ist auch neu. So befindet sich die Stadtbibliothek mit komplett neuer Ausstattung weiterhin im ersten Obergeschoss und an der Glogauer Straße 52 ist wieder ein Gastronomiebetrieb eingezogen. Die Gesamtkosten des zweiten Bauabschnitts betrugen rund 13,7 Millionen Euro. Davon trugen der Bund und der Freistaat Bayern rund 5,7 Millionen Euro aus dem Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ und im Rahmen des Investitionspakts „Soziale Integration im  Quartier“. Darüber hinaus beteiligte sich die Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg an der Ausstattung der Stadtbibliothek mit 100 000 Euro.

Dem Neukonzept zugrunde liegt die Kulturstrategie der Stadt Nürnberg mit Schwerpunkt auf Teilhabe, Chancengerechtigkeit und einer transkulturellen Praxis mit einem diversen Publikum. Zudem fließen die Empfehlungen aus dem „Integrierten Stadtentwicklungskonzept Nürnberg Südost.Vernetzen“ und vor allem die Ergebnisse aus der Bürgerbeteiligung „Gemeinschaftshaus.Neu.Machen“ mit zahlreichen Formaten und Gesprächen ein. In der Neukonzeption geht es vor allem darum, mit künstlerischen Methoden Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils, die bisher nur wenig Berührungspunkte mit Kunst und Kultur hatten, zur aktiven Mitgestaltung ihres Wohn- und Lebensumfeldes anzuregen. Außerdem wurde das neue Programm nach Auswertung der Bürgerbeteiligung „Gemeinschaftshaus.Neu.Machen“ noch mehr auf die Bedürfnisse der Bevölkerung ausgerichtet.