Die Erschließung von Nürnbergs neuem Stadtviertel Lichtenreuth geht voran. Am Dienstag, 30. November 2021, hat Christian Vogel, Bürgermeister und Erster Werkleiter des Servicebetriebs Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör), symbolisch die erste Zufahrtsstraße freigegeben, teilt die Stadt Nürnberg mit.

Aurelis Real Estate hat diese derzeit noch als „Erschließungsstraße Süd“ benannte Stichstraße in das rund 100 Hektar große Planungsgebiet fertiggestellt. Sie zweigt in westlicher Richtung von der Münchener Straße ab und erschließt das geplante Campus-Gelände der Technischen Universität Nürnberg.

Sie dient auch als Zufahrt für derzeit noch genutzte Bahn- und Gewerbeflächen, die bislang über die Brunecker Straße angefahren werden. Die Brunecker Straße wird in Kürze für den öffentlichen Durchgangsverkehr gesperrt, um die geplante Bebauung von Lichtenreuth umsetzen zu können.

Sör sorgt für die gesamte Infrastruktur, damit die Baustellen reibungslos ablaufen können. „Die Fertigstellung der neuen Straße ist ein erster Meilenstein in Richtung Erschließung und Entwicklung des Standorts – auch und insbesondere für die geplante TU Nürnberg. Sie schafft eine Verbindung zwischen dem Stadtgebiet und dem künftigen Uni-Campus“, sagt Christian Vogel.

„Mit dem Bau der Straße leistet die Aurelis einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Anbindung des Areals und zur Umwandlung einer ehemaligen Brachfläche in ein lebendiges und vielseitig nutzbares Stadtviertel“, ergänzt Stefan Wiegand, Geschäftsführer der Aurelis Region Süd.

Die zweispurige „Erschließungsstraße Süd“ ist auf einer Länge von 550 Metern ausgebaut und endet mit einem Wendehammer von 12,50 Meter Radius. Sie verfügt über eine sieben Meter breite Fahrbahn, die am  Knotenpunkt an der Münchener Straße um zusätzliche Abbiegespuren  erweitert wurde.

Nördlich der Fahrbahn befinden sich ein vier Meter breiter Zweirichtungsradweg für den Radverkehr zum Campus sowie ein 2,5 Meter breiter Gehweg. Grünsteifen zu beiden Seiten der Straße sollen das Oberflächenwasser der Straße aufnehmen. Hier wurden 49 neue Bäume gesetzt.

Im Vorfeld der Baumaßnahmen für die neue Straße erstellten Fachgremien einen Landschaftspflegerischen Begleitplan und nahmen  eine artenschutzrechtliche Prüfung vor. Vor Baubeginn sammelten Experten Zauneidechsen und Schlingnattern auf dem Gebiet ein und siedelten die Tiere um.

Dafür wurden eigens Ersatzhabitate in der Gemeinde Schwarzenbruck geschaffen. Auf Beschluss des Nürnberger Stadtrats vom Oktober 2021 soll mit der Verbindungsstraße zum künftigen Uni-Campus die Wissenschaftlerin Dr. Luise Herzberg geehrt werden, nach der die Straße künftig benannt wird. Die Astrophysikerin und Maschinenbauerin war am 22. November 1906 in Nürnberg geboren worden.

Sie heiratete im Dezember 1929 in Nürnberg den späteren Chemie-Nobelpreisträger Gerhard Herzberg. Die Eheleute waren erfolgreich wissenschaftlich tätig und mussten 1935 nach Kanada emigrieren, wo Dr. Luise Herzberg bis zu ihrem Tode 1971 am Radio Physics Laboratory an der Shirleys Bay bei Ottawa als
Astrophysikerin arbeitete.