Nürnberg: Weihnachten 2021 steht noch immer im Zeichen der Corona-Pandemie. Abgesagte Weihnachtsmärkte, überlastete Intensivstationen und Gewalt bei Demonstrationen haben den Dezember geprägt. 

Der Nürnberger Stadtdekan Andreas Lurz hat in seiner diesjährigen Weihnachtsbotschaft auf diese Themen Bezug genommen - und mit so mancher Aussage einen ungewöhnlichen Tonfall angeschlagen. Im Folgenden könnt ihr die Botschaft in einer Zusammenfassung lesen, die die Katholische Stadtkirche Nürnberg als Mitteilung veröffentlicht hat: 

Nürnberger Stadtdekan Andreas Lurz über die „trotzige“ Weihnachtsbotschaft

„Weihnachten ist eine einzige große Trotzreaktion Gottes gegen das, was in dieser Welt nicht rund läuft.“ Gott habe den Himmel hinter sich gelassen und sei ein wehrloses Kind geworden. „Das ist ein Zeichen der Hoffnung, ganz besonders für alle, denen es dreckig geht und die unter dem Zustand unserer Welt leiden.“ Das ist die zentrale Aussage der Weihnachtsbotschaft des Katholischen Stadtdekans von Nürnberg, Andreas Lurz. „Das Kind in der Krippe sagt uns: Es gibt keinen Ort auf dieser Welt, an dem Gott nicht gegenwärtig wäre.“

Menschen, die von dieser weihnachtlichen Botschaft erfüllt sind, seien hoffnungsvolle Menschen. „Diese Hoffnung ist kein Märchen, sie trägt das Gesicht des Menschgewordenen Gottes, der unter widrigsten Bedingungen in einem Stall auf die Welt kam.“ Dieses Wissen könne uns viel Kraft und Zuversicht geben, oder wenigstens Trost. „Deshalb können weihnachtliche, von der Hoffnung getragene Menschen noch mehr sein.“ Sie sind ganz nach Gottes Bild: trotzige Menschen. „Sie finden sich nicht mit dem Status quo dieser Welt ab. Sie wollen nicht glauben, dass es nicht auch besser, freundlicher und liebevoller in dieser Welt zugehen könnte.“

Das Drama der Armut, der Kälte, der Todesgefahr der Heiligen Nacht blendeten wir gerne aus. „Aber dieses Drama gibt es immer noch, und es ereignet sich immer wieder.“ Wer die Weihnachtsgeschichte ernst nehme, dem kann das Schicksal eines anderen Menschen und dem kann die Zukunft der Welt nicht egal sein. „Gott kommt auch heute zu uns, in einer wunderschönen, aber auch dunklen Welt“, so der Nürnberger Stadtdekan: Zwei Jahre Corona-Pandemie, die zunehmende Radikalisierung und Polarisierung unserer Gesellschaft und das Leben vieler Menschen in Armut, Flucht und Hoffnungslosigkeit. Doch Gott komme auch heute noch in unsere Welt, er trotzt den Umständen und gibt uns nicht auf. „Das ist eine Liebe, die uns Hoffnung gibt und die uns antreiben soll, die Welt ein Stück besser zu machen.“

Hinweis: Am 1. Weihnachtstag, Samstag, 25. Dezember, feiert Lurz um 10.30 Uhr Gottesdienst in der Kirche St. Theresia, Innsbrucker Straße 11 in Nürnberg.